34,1

Endlich ist die 35er-Marke gefallen. Das war vor eigen Monaten als die magische Zahl für eine Rückkehr in die „alte“ Normalität genannt worden. Aktuell liegt der Inzidenzwert bei 34,1.

Aber schon erheben sich warnende Stimmen, demnächst könne das neue Delta-Virus die Fallzahlen wieder nach oben schnellen lassen. Bisher ist es als die „indische Variante“ bekannt gewesen.

Aber seit Anfang des Monats tragen die Virus-Varianten griechische Buchstaben. Damit soll eine Diskriminierung einzelner Länder verhindert werden.

Zur Erinnerung: Die britische Variante heißt jetzt Alpha, die südafrikanische Mutante wird zu Beta und die brasilianische Variante zu Kappa.

Und Indien bekommt gleich zwei griechische Buchstaben spendiert. Neben der „Besorgnis erregenden“ Variante Delta gibt es auch noch Gamma, die eine Variante in Indien „von Interesse“ bezeichnet. 

Das Haus des Einen

Große Dinge in Berlin brauchen Zeit. Das trifft auch auf das neue Gebetshaus der drei abrahamitischen Religionen zu. Nach fast einem Jahrzehnt an Vorbereitungen ist nun im Bezirk Mitte in der Nähe zum Schloss endlich der Grundstein gelegt worden.

„House of One“ wird er heißen – der Ort, an dem sich Christen, Juden und Moslems künftig unter einem Dach zum Gebet vereinen können. Jede Religion bekommt dabei einen eigenen Bereich in der neuen Kirche, Synagoge, Moschee.

 

An der Stelle des neuen Gotteshauses stand die alte Petri-Kirche. Sie war im Krieg stark beschädigt worden und wurde 1964 gesprengt, um der „Staatsachse“ der DDR, der Leipziger Straße, Platz zu schaffen. Jetzt soll die sechs- bis achtspurige Straße wieder zurückgebaut werden. Welch eine Ironie der Geschichte.

Lange haben die Grabungen am alten Petri-Platz gedauert, gehörte er doch zu den wichtigsten der alten Doppelstadt Berlin-Cölln. Und die dem Schutzpatron der Fischer, Petrus, geweihte Kirche auf Cöllschem Gebiet zählte zu den wichtigsten fünf Kirchen des früheren Berlin.

 

Für die Archäologen überraschend wurde bei den letzten Ausgrabungen noch Überreste des einstigen Holzfußbodens der Petri-Kirche entdeckt. Sie kommen ins Stadtmuseum. Der Grundstein, der noch außen und überirdisch zu sehen ist, wird später in das neue Gotteshaus versetzt.

Einen Meter dick werden die künftigen Mauern des House of One werden. Und in Anlehnung an den Ort, der früher nur Ziegelbauten hatte, wird auch dieses Haus aus ganz speziellen Ziegeln entstehen. Über die äußere Form, die eher an eine Burg erinnert, lässt sich bestimmt streiten.

 

Im Inneren wird es jedenfalls interessant. Von einem gemeinsamen Kuppelsaal aus sind die drei Sakralräume zu erreichen, die in Ausstattung und Funktion den drei Gemeinden als getrennte Gotteshäuser dienen. Und ab 2024 sollen hier auch Gäste willkommen geheißen werden.

Tegel jetzt ohne Flughafen

Nun ist er endgültig dicht. Mit dem 4. Mai um 24 Uhr ist die Betriebserlaubnis für den Flughafen Tegel erloschen. Bereits seit Anfang November war der letzte innerstädtische Flughafen Berlins ohnehin nur noch im Schlummermodus. Irgendwie traurig.

Diesen Blick in die Ankunftshalle wird es nicht mehr geben. Alle nicht betriebsnotwendigen Einrichtungen sind bereits abgebaut. Der Rest folgt bis August. Dann ist Übergabe an den Senat. Im November vergangenen Jahres war ein letztes Farewell möglich. Und wie viele Erinnerungen hängen an diesem Flughafen.

 

In den vergangenen Monaten wurden bereits zahlreiche der einst 130 Gebäude des Flughafens zurückgebaut: Das betrifft das Behelfsterminal C3, auch die stählerne Fußgängerbrücke zwischen den Terminals A/B und C ist abgerissen. Weg sind ebenfalls die Transfergepäckhalle, die VIP-Lounge am Terminal A und das Zollgepäcklager. Läden und Gastronomieeinrichtungen sind leer. Sie waren ja ohnehin wegen Corona schon dicht.

Was bleibt, ist ein Phantomschmerz. Denn jetzt hat Berlin keinen eigenen Flughafen mehr. Tempelhof ist ein schönes grünes Feld geworden mit einem einstigen Flughafengebäude, das seinesgleichen sucht. Und nun ist Tegel dran. Aber vielleicht wächst da ja wirklich eine kleine Modellstadt. Wir können es gebrauchen.

 

 

Ein Wal ist in Berlin gestrandet

Zehn Jahre hat es gedauert, bis der Traum von Gil Shachar Wirklichkeit wurde. Jetzt ist der 14 Meter lange Buckelwal in der Offenen Kirche St. Elisabet in Berlin-Mitte zu bestaunen.

Eindrucksvoll ist dieser auf dem Rücken liegende Koloss – der Abguss eines an Südafrikas Küste tot angespülten Wals. Es handelt sich um ein Projekt, das über Crowd Funding finanziert wurde.

 

Als der gestrandete Wal gefunden wurde, blieben nur drei Tage zur Umsetzung der Idee – dann stieg das Wasser an und holte sich sein Geschöpf zurück. Hinzu kamen die Verhandlungen mit dem südafrikanischen Umweltministerium, die nicht einfach waren. Nicht zuletzt musste auch das Wetter mitspielen, erzählt ein Mann am Eingang der Kirche.

Schon nach wenigen Worten stellt sich heraus, dass es sich bei dem freundlichen Mann am Eingang um den israelischen Künstler Gil Shachar selbst handelt, der diese Idee hatte. Der Abguss konnte trotz aller Widrigkeiten gemacht werden, wurde vor Ort noch bearbeitet und schließlich nach Berlin verschifft.

 

Die Ausstellung ist bis zum 14. Mai 2021 täglich von 11-20 Uhr zu sehen. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, denn der riesige Wal dürfte auch Kinder beeindrucken.

Vorfahrt für Impfkampagne

Jetzt wird’s langsam. Nach monatelangen Hin und Her nimmt die Impfkampange an Fahrt auf. Erstmals wurden in Deutschland mehr als eine Million Dosen des Corona-Vakzins verimpft, wie es in Neudeutsch heißt. Damit sind 25,4 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen die Seuche immunisiert.

Jede Impfung ist besser als keine Impfung. Und angesichts immer noch voller Intensivstationen ist der Appell der Mediziner nur zu unterstützen.


Zugleich ist es auch an der Zeit, über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nachzudenken. Denn die harten Auflagen zehren an den Nerven. Gute Politik will immer auch gut begründet sein. Und dazu gehört nunmal auch ein Aufheben der Beschränkungen.

3.011.513

Das ist die aktuelle Zahl aller Corona-Infektionen in Deutschland – und damit ist die Drei-Millionen-Marke überschritten. Das teilte das Robert-Koch-Institut mit. Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass die dritte Welle gebrochen werden muss.

Auch wenn die Todesfälle sinken, so steigt doch die Sieben-Tage-Inzidenz weiter. Aktuell liegt sie bei 136,4, tags zuvor hatte der Inzidenzwert bundesweit noch bei 129,2 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelegen.

4,6 Millionen

In Deutschland sind mittlerweile 4,6 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft worden. Das entspricht 5,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Insgesamt haben fast elf Millionen Einwohner mindestens eine Impfdosis erhalten. Mit den seit Ostern möglichen Impfungen auch in Hausarztpraxen kommt endlich, endlich Fahrt auf.

Und das ist, so würde es ein ehemaliger Berliner Bürgermeister sagen, auch gut so. Denn bisher wurden mehr als 2,9 Millionen Infektionen in Deutschland bestätigt. 77.401 Personen starben dem RKI zufolge nach einer Infektion mit dem Virus. Jede Impfung zählt also.

Corona-Impfung – April, April

Berlin hat sechs Impfzentren eingerichtet. Die Hälfte impft mit dem in die Schlagzeilen geratenen Vakzin AstraZeneka. Doch den hat der Berliner Senat an Gründonnerstag nur noch für über 60-Jährige freigegeben. Und so verfallen immer mehr Termine.

Gähnende Leere herrscht auch am einstigen Flughafen Tempelhof, der vor Jahren schon als Airport THF geschlossen wurde und seitdem eine Alternativnutzung erlebt. 

 

Aktuell ist im Hangar 4 ein Impfzentrum untergebracht. Doch hinein kommt nur, wer vom Senat den begehrten Impfcode hat. Und einen Termin buchen konnte. Und definitiv über 60 Jahre alt ist. Da lässt sich das System nicht austricksen.

Vom Haupteingang geht es erst einmal zu Fuß bis zum Ende des Rundgebäudes, wo ein Shuttlebus wartet. Doch nur wer die Sicherheitskontrolle, sprich den Alterscheck, übersteht, kann einsteigen. Für alle anderen heißt es: Impfung? April, April.

Es sind die Nebenwirkungen, die zahlreiche europäischen Länder skeptisch werden ließ gegenüber dem britisch-schwedischen Impfstoff. Und so heißt er seit dem 1. April nunmehr Vaxzevria. Und das ist kein Aprilscherz.

Die Kunst erwacht

Langsam wird es Frühling in der Berliner Kunstszene. Die ersten Theater konnten dieser Tage für ein Pilotprojekt wieder öffnen. Und die bedanken sich mit den Worten, dass es die schönste Vorstellung sei, endlich wieder Publikum in den Häusern begrüßen zu können.

Auch der Friedrichstadt-Palast ist wieder offen. Zumindest kurzzeitig. Für ein Ausräumen. Gerade werden ein Haufen Spiegel abgeholt. In den vergangenen Wochen war das Revue-Teater schließlich Ort eines künftigen Kino-Films. Und da muss alles glitzern.

 

Den Anfang des Theater-Pilotprojekts machte das Berliner Ensemble mit zwei Aufführungen des autobiografischen Stücks „Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre. Die Karten waren in nur vier Minuten ausverkauft. Und das, obwohl ein aktueller Corona-Test Bedingung war. Der Kunsthunger ist allen Unkenrufen zum Trotz offenbar extrem groß gewesen.

Ratlos, planlos: Osterruhe

Was soll das? Wieder alles auf Null? Und noch ein paar Beschränkungen oben drauf? Was die nächtliche Runde der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel beschlossen hat, ist kaum noch nachvollziehbar. Für viele Bürger ist das Corona-Bekämpfung ohne Plan.

So gibt es den Plan, Gründonnerstag und Karsamstag einmalig zu „Ruhetagen“ zu erklären, um das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben über Ostern so stark herunterzufahren wie noch nie in der Pandemie. Die Idee ist gut, aber wie soll das umgesetzt werden?



Vielleicht sollten nachts um drei keine Entscheidungen getroffen werden. Denn diese Vorhaben sehen aus wie ein Flickenteppich und einige Länder wollten sich ohnehin nicht daran halten. Und wenn Mallorca aufmacht, dann ist nicht nachvollziehbar, dass die Ostsee dicht bleibt.

Im Tagesverlauf kommt so auch Unmut auf. Und manch ein Länderchef fragt sich, auf welcher Rechtsgrundlage die „Osterruhe“ erfolgen soll. Mal sehen, was das bringt.