Elvis lebt – und auch das Kino International

Elvis ist eine Legende. Und sie kommt ins Kino. Genauer gesagt in die Kino-Legende „International“ an der Karl-Marx-Allee in Berlin Mitte. Und das verspricht doppelten Genuss.

Das Kino International wurde 1963 eröffnet und ist architektonisch schon eine Besonderheit. Auch die von Hand gemalten riesigen Kinoplakate gibt es kaum noch anderswo. Bis 1990 war es das DDR-Premierenkino.

 

Heute muss das „International“ wie alle Kinos in der Stadt um seine Gäste kämpfen. Und da kommt die Neuverfilmung des Lebens von Elvis Presley gerade richtig. Auch wenn die komplizierte Beziehung zu Manager Colonel Tom Parker nicht jedermanns Sache ist.

Aber dieser Kino-Besuch ist so oder so etwas Besonders. Denn von der Galerie des Kinos schaut man durch riesige Schreiben auf die große Karl-Marx-Allee, wo sich genau gegenüber das alte Café Moskau befindet. Das sucht noch einen Betreiber mit der richtigen Idee.

 

Das „International“ jedenfalls nicht nicht nur ein Kino, sondern eine hervorragende Eventlocation. Große Veranstaltungen von Firmengeburtstagen bis hin zu riesigen Schulfeiern finden hier statt. Und wenn der Platz nicht reicht, wird auch schon mal das Café Moskau dazugebucht.

Im Inneren des Kinos ist alles noch so, wie es in den 1960er-Jahren eingerichtet wurde. Das betrifft sowohl die Holztäfelung als auch die riesigen Kronleuchter an der Decke, die bis auf die Straße leuchten.

 

Oft wird das Kino als „Stil-Ikone der DDR“ bezeichnet. Dabei war der Architekt Josef Kaiser einst der Chefplaner der Stalin-Stadt Eisenhüttenstadt. Aber vom stalinischen Zuckerbäckerstil ist hier nichts mehr zu sehen. Vielmehr fällt schon die Ähnlichkeit mit dem Zoo-Palast oder der Deutschen Oper in Westberlin auf. Eben die sogenannte Internationale Moderne.

Bode-Museum mit Antenne

Das in den 1840er-Jahren entstandene Bode-Museum hat selbst durch den Neuaufbau nach dem Krieg sein Äußeres nicht verändert. Jetzt scheint es so, als hätte sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt und eine Funkantenne auf das Kuppeldach gesetzt.

Die rot-weisse Antenne erinnert an irgendetwas anderes. Nur an was? Ach ja, an die Spitze des Fernsehturmes. Der ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands.

 

Die Kombination macht’s. Und da der Fernsehturm der vierthöchste TV-Tower Europas ist, ergeben sich durch diese Perspektive zusammen mit dem gedrungenen Baukörper des alten Museums unerwartete Ausblicke.

Das höchste Bauwerk Deutschlands

Das höchste Bauwerk Deutschlands steht in Berlin. Es ist der Fernsehturm am Alexanderplatz, der 368 Meter in die Höhe ragt. Durch einen kleinen, technisch bedingten Aufbau hat er seine ursprüngliche Höhe von 365 Metern sogar noch etwas erweitern können.

Was auffällt, sind die riesigen Betonflügel, die von den Wasserspielen am Fusse des Turms aufwärts streben. Sie sind bis heute ein beliebter Kletterplatz fur Jugendliche.

 

Auch die 1970-1972 erbauten Wasserspiele haben sich über die Jahre gehalten. Zwar sprudeln sie nicht mehr so stark wie früher, aber die riesigen, in Granit gefassten Wasserbecken sind ein beliebter Ort zum Entspannen für gestresste Berlin-Besucher. Und abends werden die Wasserspiele von mehr als 300 Scheinwerfen angestrahlt.

Mit Licht spielen – das ist auch das Motto des jährlichen Festival of Lights. In der dunkleren Jahreszeit werden zahlreiche Gebäude der Hauptstadt ganz besonders angestrahlt. Natürlich auch der Fernsehturm.

 

Im Inneren des Turmes sind die Expressaufzüge eine Attraktion. Mit sechs Metern pro Sekunde bringen sie die Besucher in nur 35 Sekunden in die Silber-Kugel. Sie soll an den Sputnik erinnern, aber bei direkter Sonneneinstrahlung erscheint auf der Kugel mit ihren pyramidenförmig gestalteten Facettenteilen ein sphärisches Lichtkreuz.

 

Und der BER fliegt wieder

Ostern ist Reisezeit. Das spürt auch der fast schon verwunschene Berliner Flughafen BER, der am Karfreitag erstmals über 70.000 Passagiere abfertigte. Genau waren es nach Angaben der Flughafengesellschaft 73.000. Die durch Corona gebremste Fluglust ist wieder da. 49 Ziele werden über Ostern angeflogen.

Im März starteten und landeten am BER 12.500 Maschinen. März 2021 waren es gerade mal 4.000.

 

Im März hatte die Flughafengesellschaft auch zum ersten Mal in diesem Jahr eine Million Passagiere pro Monat gezählt. Mit 1,3 Millionen wurden aber nicht annähernd die Zahlen vor der Pandemie erreicht, als Tegel und Schönefeld zusammen 2,9  Millionen Passagiere abfertigten.

Für Kleinflugzeuge war immer Platz. Seit dem 24. März ist nun auch das Terminal 2 in Betrieb. Hier werden vor allem Ryanair-Maschinen abgefertigt.

 

Insgesamt entsprechen die Zahlen des gesamten ersten Quartals mit rund drei Millionen Passagieren gerade Mal den Märzzahlen 2019. Da ist also noch viel Luft. Doch dann müssen auch die Sicherheitsschleusen den Anforderungen auch mal gerecht werden.

 

Apple ist jetzt auch ein Ostberliner

Lange hat es gedauert, aber endlich ist es soweit. Apple hat jetzt seinen ersten Store auch im Ostteil der Stadt. Direkt am Hackeschen Markt, wo einst die Alte Börse stand, hat der Tech-Gigant sein Geschäft in der Rosenthaler Straße eröffnet. Und es wird gern besucht.

Was als erstes auffällt, sind die sieben Meter hohen, bodentiefen Fester. Sie strahlen bis in die Nacht hinein und rufen „Komm herein“!

 

Im Inneren fallen vor allem die großen Bäume auf, die den strengen Eindruck extrem gut abmildern. Da bleibt das Auge schnell an der bunten Apple-Welt auf den Tischen und in den Nischen an den Wänden hängen.

Gute Beratung ist bei Apple selbstverständlich. Und ausführliche Test ebenfalls. Da fällt es vielen gar nicht auf, dass sie dabei unter einem Baum sitzen.

 

Über einem der hinteren Tische steht unter einem Apple-Logo schlicht „Pickup“. Das ist der neu konzipierte Bereich in Apple-Geschäften, der europaweit erstmals in Berlin getestet wird. Das geht fix, die Rechnung wird per Mail geschickt. Kurzum: Passt.

 

318.387

Immer neue Negativ-Rekorde: Die Zahl der Neuinfektionen mit Corona hat erstmals die 300.000er-Marke überschritten. Aktuell meldet das Robert-Koch-Institut 318.387 Infektionen an einem Tag.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf den bisherigen Höchstwert von 1.752 geklettert. Der einzige Lichtblick hier ist die Quote von mittlerweile 75,9 Prozent der Bevölkerung, die bereits vollständig geimpft sind.

Unklar bleibt angesichts dieser Entwicklung allerdings, warum die meisten der bundesweiten Corona-Maßnahmen am 20. März ausgelaufen sind. Allerdings haben die ersten Bundesländer schon entschieden, die Einschränkungen zu verlängern. Gut so.

Der Hamster hat wieder zugeschlagen

Unvorstellbar, aber wahr. Das Rapsöl ist aus. Ebenso wie Mehl. Angesichts der Ukraine-Krise horten die Menschen, was knapp werden könnte.

Irgendwie spinnen die Deutschen. Öl ist nicht knapp, es ist nur sehr billig. Also schnell noch eindecken, solange eine letzte Flasche im Regal steht.

Als Corona begann, war das Klopapier alle. Aber das gibt es aktuell zuhauf. Denn mehr als 30 Rollen im Keller braucht ja wohl kaum jemand.

interessant ist, was andere Nationen so horten. Aus Italien hört man, dass der Grappa knapp werden könnte. Und die Franzosen decken sich mit gutem Rotwein ein. Und die Deutschen?

 

262.752

Die fünfte Welle ist da. Erstmals seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren hat die tägliche Zahl von neuen Corona-Fällen die Marke von 250.000 überschritten. Aktuell wurden dem RKI an einem Tag 262.752 Neuinfektionen gemeldet.

Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Infektionen bei 16,5 Millionen – also einmal Ostdeutschland gesamt. Eine gewisse „Durchseuchungsrate“ ist somit zumindest regional gegeben. Und da die Infektionen weit weniger schwer als zu Beginn der Pandemie verlaufen, werden ab dem 20. März die Corona-Regeln deutlich gelockert.

Klartext: Bode-Museum hisst ukrainische Flagge

Das 1904 eröffnete Bode-Museum auf der Museumsinsel gilt als eines der Wahrzeichens Berlins. Rund 250.000 Besucher zählt das Haus pro Jahr. Und lockt mit Ausstellungen, die immer einen interessanten Titel tragen. Aktuell ist es „Klartext“.

Seit einer Woche herrscht wieder Krieg in Europa. Was vielen als unvorstellbar galt, ist eingetreten. Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Aus Solidarität hisst das Museum die ukrainische Nationalflagge.


Mit „Klartext“ hat das Bode-Museum erstmals sich selbst eine Ausstellung gewidmet. Was viele nicht wissen: Mit diesem Museumsneubau sollte der sogenannte 99-Tage-Kaiser Friedrich III. (1831 – 1888) geehrt werden. In Auftrag gegeben hatte den Bau dessen Sohn Kaiser Wilhelm II. Grundsteinlegung war 1898, sechs Jahre später wurde das Haus eröffnet.

Lange stand am Museumseingang ein Reiterstandbild Friedrich III., dem Namensgeber des Museums. Aber das wurde 1950 zu DDR-Zeiten abgerissen und eingeschmolzen. Nun schmückt eine eigenwillige Skulptur den leeren Denkmalsplatz.

 

Nichts sollte mehr an die Hohenzollern erinnern. Und so heisst das „Kaiser-Friedrich-Museum“  ein Jahr nach DDR-Gründung schlicht „Museum am Kupfergraben“. 1956 erhält es dann aus der Hand des damaligen DDR-Kulturministers Johannis R. Becher seinen heutigen Namen.

Steinmeier, die zweite

Eine Überraschung ist es zwar nicht, aber ein deutliches Ergebnis. Gleich im ersten Wahlgang ist der bisherige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Amt bestätigt worden. Die Bundesversammlung wählte ihn mit 1.045 von 1.472 möglichen Stimmen.

Überglücklich nimmt der 66-Jährige seine Frau in den Arm, nachdem das Ergebnis verkündet wurde.

 

Die Bundesversammlung kommt alle fünf Jahre zusammen, um den neuen Bundespräsidenten zu wählen. Es ist Steinmeiers zweite und damit letzte Amtszeit. Denn laut Verfassung ist nur eine einmalige Wiederwahl möglich. Um 14:30 Uhr sagte er die Worte: „Frau Bundestagspräsidentin, ich nehme die Wahl an.“

Normalerweise tagt die Bundesversammlung im Bundestag. Aber diesmal mussten die fast 1.500 Delegierten im Paul-Löbe-Haus zusammenkommen, weil es auf fünf Etagen ausreichend Platz und Abstand für alle gab.

 

Heimlicher Star der Versammlung war die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Immer wieder wollen Delegierte – die Hälfte sind Bundestagsabgeordnete, die andere Hälfte werden von den Ländern nominiert – ein Selfie mit der Kanzlerin machen. Und Merkel wirkte entspannt.

Merkel ist zwar kein Mitglied des Bundestages mehr. Aber der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat sie als Walfrau aufgestellt. Sie war es ja auch, die Steinmeier die erste Amtszeit ermöglichte.

 

Vor der 17. Bundesversammlung findet Steinmeier dann deutliche Worte. Der Ex-Außenminister, der immer für ein freundschaftliches Verhältnis zu Russland eingetreten war, findet angesichts der Ukraine-Krise drastische Worte und appelliert an Putin: „Lösen Sie die Schlinge um den Hals der Ukraine.“

Mal sehen, was die zweite Amtszeit bringt. Denn ein Bundespräsident hat keine Macht – außer der Worte. Und hier ist Steinmeier mit seinen Reden bisher nicht prägend in Erinnerung geblieben.