Und der BER fliegt wieder

Ostern ist Reisezeit. Das spürt auch der fast schon verwunschene Berliner Flughafen BER, der am Karfreitag erstmals über 70.000 Passagiere abfertigte. Genau waren es nach Angaben der Flughafengesellschaft 73.000. Die durch Corona gebremste Fluglust ist wieder da. 49 Ziele werden über Ostern angeflogen.

Im März starteten und landeten am BER 12.500 Maschinen. März 2021 waren es gerade mal 4.000.

 

Im März hatte die Flughafengesellschaft auch zum ersten Mal in diesem Jahr eine Million Passagiere pro Monat gezählt. Mit 1,3 Millionen wurden aber nicht annähernd die Zahlen vor der Pandemie erreicht, als Tegel und Schönefeld zusammen 2,9  Millionen Passagiere abfertigten.

Für Kleinflugzeuge war immer Platz. Seit dem 24. März ist nun auch das Terminal 2 in Betrieb. Hier werden vor allem Ryanair-Maschinen abgefertigt.

 

Insgesamt entsprechen die Zahlen des gesamten ersten Quartals mit rund drei Millionen Passagieren gerade Mal den Märzzahlen 2019. Da ist also noch viel Luft. Doch dann müssen auch die Sicherheitsschleusen den Anforderungen auch mal gerecht werden.

 

Apple ist jetzt auch ein Ostberliner

Lange hat es gedauert, aber endlich ist es soweit. Apple hat jetzt seinen ersten Store auch im Ostteil der Stadt. Direkt am Hackeschen Markt, wo einst die Alte Börse stand, hat der Tech-Gigant sein Geschäft in der Rosenthaler Straße eröffnet. Und es wird gern besucht.

Was als erstes auffällt, sind die sieben Meter hohen, bodentiefen Fester. Sie strahlen bis in die Nacht hinein und rufen „Komm herein“!

 

Im Inneren fallen vor allem die großen Bäume auf, die den strengen Eindruck extrem gut abmildern. Da bleibt das Auge schnell an der bunten Apple-Welt auf den Tischen und in den Nischen an den Wänden hängen.

Gute Beratung ist bei Apple selbstverständlich. Und ausführliche Test ebenfalls. Da fällt es vielen gar nicht auf, dass sie dabei unter einem Baum sitzen.

 

Über einem der hinteren Tische steht unter einem Apple-Logo schlicht „Pickup“. Das ist der neu konzipierte Bereich in Apple-Geschäften, der europaweit erstmals in Berlin getestet wird. Das geht fix, die Rechnung wird per Mail geschickt. Kurzum: Passt.

 

318.387

Immer neue Negativ-Rekorde: Die Zahl der Neuinfektionen mit Corona hat erstmals die 300.000er-Marke überschritten. Aktuell meldet das Robert-Koch-Institut 318.387 Infektionen an einem Tag.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf den bisherigen Höchstwert von 1.752 geklettert. Der einzige Lichtblick hier ist die Quote von mittlerweile 75,9 Prozent der Bevölkerung, die bereits vollständig geimpft sind.

Unklar bleibt angesichts dieser Entwicklung allerdings, warum die meisten der bundesweiten Corona-Maßnahmen am 20. März ausgelaufen sind. Allerdings haben die ersten Bundesländer schon entschieden, die Einschränkungen zu verlängern. Gut so.

Der Hamster hat wieder zugeschlagen

Unvorstellbar, aber wahr. Das Rapsöl ist aus. Ebenso wie Mehl. Angesichts der Ukraine-Krise horten die Menschen, was knapp werden könnte.

Irgendwie spinnen die Deutschen. Öl ist nicht knapp, es ist nur sehr billig. Also schnell noch eindecken, solange eine letzte Flasche im Regal steht.

Als Corona begann, war das Klopapier alle. Aber das gibt es aktuell zuhauf. Denn mehr als 30 Rollen im Keller braucht ja wohl kaum jemand.

interessant ist, was andere Nationen so horten. Aus Italien hört man, dass der Grappa knapp werden könnte. Und die Franzosen decken sich mit gutem Rotwein ein. Und die Deutschen?

 

262.752

Die fünfte Welle ist da. Erstmals seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren hat die tägliche Zahl von neuen Corona-Fällen die Marke von 250.000 überschritten. Aktuell wurden dem RKI an einem Tag 262.752 Neuinfektionen gemeldet.

Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Infektionen bei 16,5 Millionen – also einmal Ostdeutschland gesamt. Eine gewisse „Durchseuchungsrate“ ist somit zumindest regional gegeben. Und da die Infektionen weit weniger schwer als zu Beginn der Pandemie verlaufen, werden ab dem 20. März die Corona-Regeln deutlich gelockert.

Klartext: Bode-Museum hisst ukrainische Flagge

Das 1904 eröffnete Bode-Museum auf der Museumsinsel gilt als eines der Wahrzeichens Berlins. Rund 250.000 Besucher zählt das Haus pro Jahr. Und lockt mit Ausstellungen, die immer einen interessanten Titel tragen. Aktuell ist es „Klartext“.

Seit einer Woche herrscht wieder Krieg in Europa. Was vielen als unvorstellbar galt, ist eingetreten. Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Aus Solidarität hisst das Museum die ukrainische Nationalflagge.


Mit „Klartext“ hat das Bode-Museum erstmals sich selbst eine Ausstellung gewidmet. Was viele nicht wissen: Mit diesem Museumsneubau sollte der sogenannte 99-Tage-Kaiser Friedrich III. (1831 – 1888) geehrt werden. In Auftrag gegeben hatte den Bau dessen Sohn Kaiser Wilhelm II. Grundsteinlegung war 1898, sechs Jahre später wurde das Haus eröffnet.

Lange stand am Museumseingang ein Reiterstandbild Friedrich III., dem Namensgeber des Museums. Aber das wurde 1950 zu DDR-Zeiten abgerissen und eingeschmolzen. Nun schmückt eine eigenwillige Skulptur den leeren Denkmalsplatz.

 

Nichts sollte mehr an die Hohenzollern erinnern. Und so heisst das „Kaiser-Friedrich-Museum“  ein Jahr nach DDR-Gründung schlicht „Museum am Kupfergraben“. 1956 erhält es dann aus der Hand des damaligen DDR-Kulturministers Johannis R. Becher seinen heutigen Namen.

Steinmeier, die zweite

Eine Überraschung ist es zwar nicht, aber ein deutliches Ergebnis. Gleich im ersten Wahlgang ist der bisherige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Amt bestätigt worden. Die Bundesversammlung wählte ihn mit 1.045 von 1.472 möglichen Stimmen.

Überglücklich nimmt der 66-Jährige seine Frau in den Arm, nachdem das Ergebnis verkündet wurde.

 

Die Bundesversammlung kommt alle fünf Jahre zusammen, um den neuen Bundespräsidenten zu wählen. Es ist Steinmeiers zweite und damit letzte Amtszeit. Denn laut Verfassung ist nur eine einmalige Wiederwahl möglich. Um 14:30 Uhr sagte er die Worte: „Frau Bundestagspräsidentin, ich nehme die Wahl an.“

Normalerweise tagt die Bundesversammlung im Bundestag. Aber diesmal mussten die fast 1.500 Delegierten im Paul-Löbe-Haus zusammenkommen, weil es auf fünf Etagen ausreichend Platz und Abstand für alle gab.

 

Heimlicher Star der Versammlung war die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Immer wieder wollen Delegierte – die Hälfte sind Bundestagsabgeordnete, die andere Hälfte werden von den Ländern nominiert – ein Selfie mit der Kanzlerin machen. Und Merkel wirkte entspannt.

Merkel ist zwar kein Mitglied des Bundestages mehr. Aber der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat sie als Walfrau aufgestellt. Sie war es ja auch, die Steinmeier die erste Amtszeit ermöglichte.

 

Vor der 17. Bundesversammlung findet Steinmeier dann deutliche Worte. Der Ex-Außenminister, der immer für ein freundschaftliches Verhältnis zu Russland eingetreten war, findet angesichts der Ukraine-Krise drastische Worte und appelliert an Putin: „Lösen Sie die Schlinge um den Hals der Ukraine.“

Mal sehen, was die zweite Amtszeit bringt. Denn ein Bundespräsident hat keine Macht – außer der Worte. Und hier ist Steinmeier mit seinen Reden bisher nicht prägend in Erinnerung geblieben.

203.136

Die vierte Welle schlägt voll durch. Fast jeden Tag werden neue Höchststände der Corona-Neuinfektionen gemeldet. Mit 203.136 gemeldeten Fällen ist erstmals seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren die 200.000er-Marke überschritten worden.

Auch der Inzidenzwert hat aktuell die Schwelle von 1.000 geknackt. Aber dank der Omikron-Variante verlaufen diese Fälle weit weniger schwer als bei vorherigen Mutationen.

Hinzu kommt, dass mittlerweile 73,8 Prozent der Bevölkerung mindestens zweimal geimpft sind. Irgendwie gibt das bei allen Horrorzahlen doch etwas Hoffnung.

Booster in TXL

Normalerweise sind Booster die Beschleuniger bei Düsenflugzeugen. Aber im einstigen Flughafen Tegel bekommt das Wort aktuell ein ganz neue Bedeutung. Denn hier ist seit einigen Monaten ein DRK-Impfzentrum eingerichtet.

Alles ist hervorragend organisiert, die Warteschlangen sind kurz. Und so dauert die Impfung alles in allem etwa 45 Minuten. Danach wird der Geimpfte mit einem Blick auf den einstigen Flughafen und das frühere Regierungsterminal belohnt.


In den vergangenen Wochen hat die Impfkampagne ins Deutschland deutlich an Fahrt aufgenommen. Mittlerweile sind 71 Prozent der Menschen schon zwei mal gegen Corona geimpft. Allein am Dienstag wurden 608.000 Impfdosen verabreicht. Und so liegt auch die Zahl bei den Booster-Impfungen bei erfreulichen 37,3 Prozent.

Verimpft wird derzeit nur Moderna, weil es in Berlin nicht genug Wirkstoff von Biontech gibt. Der ist aktuell nur Schwangeren und Personen unter 30 Jahren vorbehalten. Aber das RKI empfiehlt für die Booster-Impfung ohnehin einen Wirkstoff, der breiter angelegt ist als der der ersten Impfungen.


Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind derzeit 21,6 Millionen Menschen in Deutschland nicht geimpft, darunter sind aber auch über vier Millionen Kinder im Alter von bis zu vier Jahren, für die es überhaupt keinen Impfstoff gibt. Das verfälscht die Zahlen etwas. In Tegel aber wird das Angebot hervorragend angenommen.

Das Impfzentrum befindet sich im Terminal C, dem einstigen Terminal der Air Berlin. Im Oktober 2017 stellte die Airline ihren Flugverkehr ein. Heute können hier bis zu 3.800 Personen bei voller Auslastung täglich geimpft werden.


Der Flughafen Tegel selbst wurde im November 2020 geschlossen. Im Februar 2021 öffnete hier nur wenige Monate später das vierte von sechs geplanten Berliner Impfzentren. Der einstige „Ort der Sehnsucht“ wurde so zu einem „Ort der Hoffnung“. Und später soll hier eine Zukunftsstadt in der Stadt entstehen.

Zwei mal Fichte, ein mal Tanne: Weihnachtsbäume in Berlin

Der wohl berühmteste Weihnachtsbaum Berlins steht direkt am Brandenburger Tor. Es ist eine 19 Meter hohe Rotfichte aus dem Thüringer Wald kommt. Rund 30.000 Leuchtdioden verwandeln den Baum in der Dunkelheit in ein kleines Winterwunder.

Selbst bei klirrendem Frost und im Sonnenuntergang ist die Pracht der Fichte zu erahnen. 1.000 silberne Weihnachtskugeln runden das Fest der Sinne ab.


Ein zweiter Baum, der jedes Jahr zu Weihnachten (oder auch an Weihnachten) zu Berlin gehört, ist der Weihnachtsbaum am Reichstag. Es ist eine Fichte, die aus dem Harz kommt. Sie ist mit 31 Metern deutlich höher ist als der Bruder am Brandenburger Tor.

Die Fichte aus Niedersachsen ist wie das Bundesland 75 Jahre alt und wiegt 6,5 Tonnen. Für den Transport musste der Baum etwas gekürzt werden.


Vor dem Kanzleramt in Berlin steht derweil eine Colorado-Tanne, die ebenfalls aus Thüringen kommt. Died Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer hatte den Baum in der Woche vor dem 1. Advent übergeben – und damit noch an Bundeskanzlerin Angela Merkel.