Der BER nimmt Fahrt auf

Endlich. Erstmals zählt der Berliner Flughafen BER mehr als 50.000 Passagiere an einem Tag. Gut 51.000 Gäste wurden nach Angaben der Flughafengesellschaft am Freitag abgefertigt. Vergangenes Jahr lag dieser Wert selbst zu Spitzenzeiten gerade mal bei 30.000.

Mitten auf dem neuen Flughafen BER, der im November 2020 mit neunjähriger Verspätung erst eingeweiht wurde, steht der neue Tower. 



Aber an die Hochzeiten der Berliner Luftfahrt reicht alles bei Weitem noch nicht ran. 2019 zählten Tegel und Schönefeld an verkehrsreichen Tagen schon mal gern 120.000 Passagiere. Nun ja, aber der Anfang ist gemacht.

5,0 – Neuer Tiefstwert

So niedrig war der Inzidenzwert noch nie: 5,0 aktuell. Das heißt, dass sich in den vergangenen sieben Tagen deutschlandweit gerade mal fünf von 100.000 Personen mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Im Vergleich zum Vortag sind es insgesamt 649 neue Fälle gewesen.

Diese niedrigen Zahlen in Verbindung mit der jetzt richtig angelaufenen Impfaktion schlagen sich auch in der Stimmung wieder. Jüngsten Umfragen zufolge haben lediglich 27 Prozent der Deutschen Angst, sich oder ein Familienmitglied mit Corona anzustecken. Jedoch geht die Sorge um, dass es im Herbst wieder anders werden könnte. Aber jetzt ist erst einmal Urlaubszeit.

Hexenkessel 2.0 – Das Monbijou Theater kommt

Einst war das Hexenkessel Hoftheater eine der angesagtesten Adressen für Kleinkunst in Berlin Mitte. Heftiger Zoff der Betreiber und unklare Vertragslage haben ihm aber 2018 den Garaus gemacht. Nun kommt das Kleinod zurück – als Monbijou Theater. Im Sommer wird wieder gespielt.

Das einstige Halbrund der Bühne an der Spree erinnerte an die alten Shakespeare-Aufführungsstätten. Im Hintergrund steht immer noch die Märchenhütte, die gerade in der Weihnachtszeit Groß und Klein angezogen hat.

 

Mitte Juli soll es bereits losgehen. Dabei will das neue Monbijou Theater eine „Bühne für alle – mit Volkstheater, Märchen und Kursen“ sein. 1994 gegründet hatte der Vorgänger jährlich bis zu 100.000 Gäste angezogen.

Viel Glück den neuen Betreiber. Denn irgendwie passte das Amphitheater an der Strandbar gut zum und in den Monbijoupark.

Vor 30 Jahren: Der Hauptstadtbeschluss

Berlin wird wieder Berlin. Das ist die Kurzformel einer Sternstunde des Parlaments in Bonn. Vor genau 30 Jahren diskutierte der Bundestag zwölf Stunden lang über nur ein einziges Thema: Wo ist die neue deutsche Hauptstadt?

Heute ist die Wiese vor dem Reichstag ein Anziehungspunkt für alle Berliner und Gäste. Vor dieser imposante Kulisse ist die einstige Frage nach der Hauptstadt fast vergessen.


Damals gab es nur zwei Anträge: Der eine von Norbert Blüm mit der Bonn-Lösung, der andere von Wolfgang Thierse mit dem Votum für Berlin. Das Ergebnis, das am Abend die damalige Parlamentspräsidentin Rita Süssmuth verkündete, kam für viele dann doch überraschend. 338 Abgeordnete stimmten für Berlin, gerade mal 18 mehr als notwendig waren. 320 Abgeordnete votierten für Bonn. Es gab eine Enthaltung und eine ungültige Stimme.

Ein Blick in den heutigen Plenarsaal in Berlin. Viele Befürchtungen von damals, wie etwa dass der Parlamentsbetrieb am neuen Platz gestört werden könnte, haben sich nicht bewahrheitet. Aber so eine Debatte ist schon einzigartig gewesen.



Zu Beginn standen die Chancen für Bonn gut. Die deutsche Einheit war gerade ein paar Monate her. Zwar warfen sich politische Schwergewichte wie Kanzler Helmuth Kohl, Außenminister Hans-Dietrich Genscher und SPD-Chef Willy Brandt pro Berlin in die Waagschale. Aber Jahrzehnte Tradition standen dagegen. Und natürlich viel, viel Gefühl.

Jahre später folgte der Umzugsbeschluss, also die Entscheidung über die Verlegung von Regierung und Parlament an die Spree. Verbunden damit war auch die Rekonstruktion des Reichstagsgebäudes. Auch eine gute Entscheidung. Diese Glaskuppel über dem Plenarsaal ist heute ein neues Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt.



Bonn war 1991 geschockt. Für so manchen Beobachter hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die gedankliche Wende gebracht. In seiner Rede betonte er: „Von der Luftbrücke über den 17. Juni bis zum Mauerbau 1961 bis zum 9. November 1989 und 3. Oktober 1990 – das Symbol für die Einheit und Freiheit und Demokratie und Rechtsstaatlichkeit für das ganze Deutschland war immer Berlin.“ Wie keine andere Stadt, wohl wahr.

Testen mit Champagner

Es ist nicht alles schlecht an der Corona-Zeit. Sie bringt so manche Stilblüte. So wie hier am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte.

Was sagt uns das? Erst trinken, dann testen? Oder andersrum: Wer sich testen lässt, darf auf das Ergebnis mit Champagner anstoßen? Egal. Einfach eine gute Kombination.

34,1

Endlich ist die 35er-Marke gefallen. Das war vor eigen Monaten als die magische Zahl für eine Rückkehr in die „alte“ Normalität genannt worden. Aktuell liegt der Inzidenzwert bei 34,1.

Aber schon erheben sich warnende Stimmen, demnächst könne das neue Delta-Virus die Fallzahlen wieder nach oben schnellen lassen. Bisher ist es als die „indische Variante“ bekannt gewesen.

Aber seit Anfang des Monats tragen die Virus-Varianten griechische Buchstaben. Damit soll eine Diskriminierung einzelner Länder verhindert werden.

Zur Erinnerung: Die britische Variante heißt jetzt Alpha, die südafrikanische Mutante wird zu Beta und die brasilianische Variante zu Kappa.

Und Indien bekommt gleich zwei griechische Buchstaben spendiert. Neben der „Besorgnis erregenden“ Variante Delta gibt es auch noch Gamma, die eine Variante in Indien „von Interesse“ bezeichnet. 

Das Haus des Einen

Große Dinge in Berlin brauchen Zeit. Das trifft auch auf das neue Gebetshaus der drei abrahamitischen Religionen zu. Nach fast einem Jahrzehnt an Vorbereitungen ist nun im Bezirk Mitte in der Nähe zum Schloss endlich der Grundstein gelegt worden.

„House of One“ wird er heißen – der Ort, an dem sich Christen, Juden und Moslems künftig unter einem Dach zum Gebet vereinen können. Jede Religion bekommt dabei einen eigenen Bereich in der neuen Kirche, Synagoge, Moschee.

 

An der Stelle des neuen Gotteshauses stand die alte Petri-Kirche. Sie war im Krieg stark beschädigt worden und wurde 1964 gesprengt, um der „Staatsachse“ der DDR, der Leipziger Straße, Platz zu schaffen. Jetzt soll die sechs- bis achtspurige Straße wieder zurückgebaut werden. Welch eine Ironie der Geschichte.

Lange haben die Grabungen am alten Petri-Platz gedauert, gehörte er doch zu den wichtigsten der alten Doppelstadt Berlin-Cölln. Und die dem Schutzpatron der Fischer, Petrus, geweihte Kirche auf Cöllschem Gebiet zählte zu den wichtigsten fünf Kirchen des früheren Berlin.

 

Für die Archäologen überraschend wurde bei den letzten Ausgrabungen noch Überreste des einstigen Holzfußbodens der Petri-Kirche entdeckt. Sie kommen ins Stadtmuseum. Der Grundstein, der noch außen und überirdisch zu sehen ist, wird später in das neue Gotteshaus versetzt.

Einen Meter dick werden die künftigen Mauern des House of One werden. Und in Anlehnung an den Ort, der früher nur Ziegelbauten hatte, wird auch dieses Haus aus ganz speziellen Ziegeln entstehen. Über die äußere Form, die eher an eine Burg erinnert, lässt sich bestimmt streiten.

 

Im Inneren wird es jedenfalls interessant. Von einem gemeinsamen Kuppelsaal aus sind die drei Sakralräume zu erreichen, die in Ausstattung und Funktion den drei Gemeinden als getrennte Gotteshäuser dienen. Und ab 2024 sollen hier auch Gäste willkommen geheißen werden.

Tegel jetzt ohne Flughafen

Nun ist er endgültig dicht. Mit dem 4. Mai um 24 Uhr ist die Betriebserlaubnis für den Flughafen Tegel erloschen. Bereits seit Anfang November war der letzte innerstädtische Flughafen Berlins ohnehin nur noch im Schlummermodus. Irgendwie traurig.

Diesen Blick in die Ankunftshalle wird es nicht mehr geben. Alle nicht betriebsnotwendigen Einrichtungen sind bereits abgebaut. Der Rest folgt bis August. Dann ist Übergabe an den Senat. Im November vergangenen Jahres war ein letztes Farewell möglich. Und wie viele Erinnerungen hängen an diesem Flughafen.

 

In den vergangenen Monaten wurden bereits zahlreiche der einst 130 Gebäude des Flughafens zurückgebaut: Das betrifft das Behelfsterminal C3, auch die stählerne Fußgängerbrücke zwischen den Terminals A/B und C ist abgerissen. Weg sind ebenfalls die Transfergepäckhalle, die VIP-Lounge am Terminal A und das Zollgepäcklager. Läden und Gastronomieeinrichtungen sind leer. Sie waren ja ohnehin wegen Corona schon dicht.

Was bleibt, ist ein Phantomschmerz. Denn jetzt hat Berlin keinen eigenen Flughafen mehr. Tempelhof ist ein schönes grünes Feld geworden mit einem einstigen Flughafengebäude, das seinesgleichen sucht. Und nun ist Tegel dran. Aber vielleicht wächst da ja wirklich eine kleine Modellstadt. Wir können es gebrauchen.

 

 

Ein Wal ist in Berlin gestrandet

Zehn Jahre hat es gedauert, bis der Traum von Gil Shachar Wirklichkeit wurde. Jetzt ist der 14 Meter lange Buckelwal in der Offenen Kirche St. Elisabet in Berlin-Mitte zu bestaunen.

Eindrucksvoll ist dieser auf dem Rücken liegende Koloss – der Abguss eines an Südafrikas Küste tot angespülten Wals. Es handelt sich um ein Projekt, das über Crowd Funding finanziert wurde.

 

Als der gestrandete Wal gefunden wurde, blieben nur drei Tage zur Umsetzung der Idee – dann stieg das Wasser an und holte sich sein Geschöpf zurück. Hinzu kamen die Verhandlungen mit dem südafrikanischen Umweltministerium, die nicht einfach waren. Nicht zuletzt musste auch das Wetter mitspielen, erzählt ein Mann am Eingang der Kirche.

Schon nach wenigen Worten stellt sich heraus, dass es sich bei dem freundlichen Mann am Eingang um den israelischen Künstler Gil Shachar selbst handelt, der diese Idee hatte. Der Abguss konnte trotz aller Widrigkeiten gemacht werden, wurde vor Ort noch bearbeitet und schließlich nach Berlin verschifft.

 

Die Ausstellung ist bis zum 14. Mai 2021 täglich von 11-20 Uhr zu sehen. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, denn der riesige Wal dürfte auch Kinder beeindrucken.

Vorfahrt für Impfkampagne

Jetzt wird’s langsam. Nach monatelangen Hin und Her nimmt die Impfkampange an Fahrt auf. Erstmals wurden in Deutschland mehr als eine Million Dosen des Corona-Vakzins verimpft, wie es in Neudeutsch heißt. Damit sind 25,4 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen die Seuche immunisiert.

Jede Impfung ist besser als keine Impfung. Und angesichts immer noch voller Intensivstationen ist der Appell der Mediziner nur zu unterstützen.


Zugleich ist es auch an der Zeit, über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nachzudenken. Denn die harten Auflagen zehren an den Nerven. Gute Politik will immer auch gut begründet sein. Und dazu gehört nunmal auch ein Aufheben der Beschränkungen.