Das doppelte Bode-Museum

Das Leben wird durch Covid heruntergefahren. Was für die sozialen Beziehungen eine Katastrophe ist, ist für die Umwelt eine kleine Erholung: kaum Verkehr, kaum Luftverschmutzung. Und so ergibt sich manch interessanter Blick auf Berlin.

Das Bode-Museum am Abend. Die Spree liegt extrem ruhig, kein einziges Schiff ist unterwegs. Und so spiegelt sich dieses Panorama perfekt im Wasser.

Großer Zapfenstreich für Merkel

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft scheidet sie aus dem Amt. Es ist eine Ära, die nun zu Ende geht. Die CDU-Politikerin Angela Merkel war nicht nur die erste Frau an der Spitze des Staates, sie hat auch einen neuen Politikstil in Deutschland geprägt. Unaufgeregt, uneitel und immer am Ergebnis orientiert.

„Wenn ich heute vor ihnen stehe, empfinde ich Dankbarkeit und Demut“, sagt die scheidende Regierungschefin zum Abschied. Er ist so leise wie ihre Kanzlerschaft. Wohltuend.

 

Der Große Zapfenstreich ist ein Zeremoniell der Bundssehr, mit dem bedeutende Persönlichkeiten geehrt werden. Dafür können die Geehrten sich ihre eigene Musik auswählen, die dann vom Heeresmusikkorps gespielt wird. 

Der Große Zapfenstreich findet in der Regel im Bendlerblock statt, dem Sitz des Verteidigungsministeriums. Auch dieses Jahr war es wieder so, nur dass coronabedingt lediglich 250 geladene Gäste das Spektakel verfolgen konnten.

 

Für ihren Zapfenstreich hatte sich Merkel eine besondere Mischung ausgedacht. Zunächst erklang Nina Hagens „Du hast den Farbfilm vergessen“, gefoljht von „Für mich soll es rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef. Ganz die Pfarrerstochter gab es zum Abschluss dann noch „Großer Gott, wir loben dich“ nach dem Text von Ignaz Franz. Es ist, was wenige nur wissen, ein ökumenisches Lied, das 1768 auf Grundlage eines lateinischen hin Kirchenliedes entstand. Eben ganz Merkel. Bis zum Schluss.

76.414

Und wieder ein neuer Negativ-Rekord. Das Robert-Koch-Institut meldet 76.414 neue Corona-Fälle an einem Tag. So viel wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die „vierte Welle“ rollt.

Eine andere Zahl gehört auch dazu: Gestern ist zugleich die Zahl der Corona-Toren in Deutschland über die 100.000er-Marke geklettert. Mit 357 neuen Fällen liegt sie aktuell bei 100.476. Das ist eine ganze Kleinstadt, die verschwunden ist.

Funkelnde Lichterwelt im Tierpark

Berlin hat vieles doppelt. Auch den Zoo, der im Osten Tierpark heißt. Und der jetzt auch sein eigenes „Festival of Lights“ hat. In der Weihnachtszeit erstrahlt der Tierpark als funkelnde Lichterwelt.

Auch das historische Schloss Friedrichsfelde ist in einen Lichterglanz gehüllt. Nur der Schnee fehlt.



2019 gab es für diese Lichterwelt Premiere. Dann fiel die Show der beginnenden Corona-Pandemie zum Opfer. Nun erlebt „Weihnachten im Tierpark“ die zweite Auflage. Das Schöne daran: Keine Hektik, sondern beschauliches Bummeln ist angesagt. Insgesamt führen zwei Kilometer beleuchtete Pfade durch eine stimmungsvolle Weihnachtslandschaft. 

Selbst die Berlin-Bären sind dabei. Und als besondrer Gruss an alle in Afrika ist sogar ein Bär aus dem Niger ausgestellt.


Überhaupt gibt es beleuchtete Tierfiguren vom Affen über das Känguru bis zum Elefanten. Die Berliner erfreut es. Denn nach dem „Christmas Garden Berlin“ hat jetzt auch der Osten seine eigene leuchtende Attraktion.

65.371

Das ist eine Verdoppelung der COVID-Zahlen in nur zwei Wochen. 65.371 Personen haben sich innerhalb eines Tages mit dem Virus infiziert, wie das RKI mitteilte.

Und auch die 7-Tage-Inzidenz ist mittlerweile den elften Tag in Folge auf einem neuen Höchststand. Aktuell liegt sie bei 336,9.

Und da wollte die künftige Ampel die „epidemische Notlage“ Ende des Monats auslaufen lassen??

Zitat des Tages

Die Gesellschaft spalten nicht die, die für Rationalität und Impfen werben, sondern die aus einem falsch verstandenen Freiheitsbegriff heraus unbedingte Akzeptanz für ihre Ignoranz fordern.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann

5.021.469

Der Corona-Virus breitet sich mit der „vierten Welle“ rasant aus. Mit aktuell 36.348 Neuinfektionen ist nunmehr auch die Fünf-Millionen-Marke bei den insgesamt registrierten Corona-Fällen in Deutschland überschritten. Das Robert-Koch-Institut gibt diesen Wert mit 5.021.469 Menschen an, die positiv auf das Virus getestet wurden.

Mit gut 56 Millionen Menschen sind auf der anderen Seite 67,5 Prozent der Bevölkerung zwei Mal geimpft. Aber dieser Wert steigt nur noch langsam.

Das Schloss mit Terrasse

Es gibt ein neues Highlight beim Berliner Schloss. Seit Oktober ist nun auch die 1.800 Quadratmeter große Dachterrasse eröffnet. Sie ist frei zugänglich und bietet aus 30 Metern Höhe einen fantastischen Blick über die Sehenswürdigkeiten in Berlins Mitte.

Neu eröffnet ist auch das Restaurant „Baret“ mit 144 Plätzen. Der Name erinnert an die französische Naturforscherin und Botanikerin Jeanne Baret (1740 – 1807).

 

Dach-Restaurant und Dach-Terrasse sind zusätzliche Baumaßnahmen gewesen. Sie wurden erst nachträglich vom Bundestag und Bundesregierung 2017 genehmigt. Architekt ist aber ebenfalls Franco Stella.

249,1

Ein Negativ-Rekord folgt dem anderen. Nachdem mit 50.196 Fällen heute ein trauriger neuer Tages-Höchstwert an Corona-Neuinfektionen gemeldet wurde, klettert auch die Sieben-Tage-Inzidenz auf den bislang nicht gekannten Wert von 249,1. Vier Tage in Folge immer neue Höchstwerte. Erst vor Kurzem wurde erstmals die Schwelle von 200 überschritten.

Zum Vergleich: Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern betrug im Oktober gerade mal 64,4. Und selbst das war noch deutlich entfernt von der einstmals angestrebten Inzidenz von 35. Dies galt als magische Zahl für ein Ende des monatelangen Lockdowns.

Cowboys in Mitte

Sie reiten in den Sonnenaufgang. Vor dem Kino International steht eine übergroße Plastik auf der Karl-Marx-Allee, die zwei Cowboys auf ihren Pferden mit Blick gen Osten zeigt. Sie erinnern stark an die einstigen Spielfiguren aus DDR-Zeiten. Aber warum?

Auch der Name der Skulptur ist passend: „Jagd auf die Große Bärin“. Dieser erinnert sehr an den einstigen DEFA-Film „Die Söhne der großen Bärin“ von 1966 mit dem Schauspieler und DDR-Chefindianer Gojko Mitic.

 

Aber der Sinn der bunten Plastik erschließt sich nicht. Offiziell soll sie eine ironische Allegorie sein auf den in diesem Kiez einfallenden Kapitalismus und eine Gentrifizierung der Wohnblöcke. Nun ja, außer dem Kino International, vor dem diese Skulptur steht, haben alle Restaurants und Bars in der Umgebung wie das Café Moskau längst dicht gemacht.

Noch eine zweite, kleinere Plastik steht gleich in der Nähe. Sie zeigt zwei weiße Ziegelsteine über einem Feuer in den deutschen Nationalfarben. Doch auch hier herrscht zunächst Ratlosigkeit: Was soll das bedeuten?

 

„Die temporären künstlerischen Projekte beleuchten die städtebaulichen, historischen und sozialen Eigenschaften des ikonischen Bauensembles aus den 1960er Jahren aus zeitgenössischer Perspektive“, betont der Berliner Senat. Ach so. Das also wollte uns das Künstler-Duo S O N D E R (Peter Behrbohm & Anton Steenbock) sagen. Gelungen?

Zumindest ist es etwas bunter auf diesem Abschnitt der Karl-Marx-Allee geworden. Denn auch die legendäre Mokka-Milch-Eisbar neben dem Kino, die nach der Wende lange als Albert´s fungierte, wurde schließlich vor zwei Jahren geschlossen. Und die hatte es in DDR-Zeiten sogar zu einem Schlager gebracht.