He? Hallo??

Wenn ein Bild mehr sagt als 1.000 Worte – da steht manch einer doch glatt verloren davor und fragt sich: Was zum Kuckuck ist damit gemeint?

Deutsche Sprache, schwere Sprache. So ächzten unsere Vorväter schon. Aber muss die neue Arbeitswelt gleich mit einem solchen Denglish-Mischmasch einhergehen? Also Leute: Kollaboration muss auch agil sein und immer die Scrum-Methode berücksichtigen, sonst bleibt der multiple Benefit entlang der gesamten Customer Journey aus…

Zitat

Lasst sie doch mal alle Freitag demonstrieren. Wenn das zur Dauereinrichtung wird, machen wir halt dem Samstag wieder schulpflichtig.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu Aktionen junger Menschen, die für den Klimaschutz auch die Schule schwänzen

Jeder nur ein Kreuz

Manch einem muss man das erklären: „Jeder hat nur ein Kreuz“. Mit diesem Hinweis wird der Bürger am Sonntag in vielen Wahllokalen begrüßt, wenn er zur Europawahl an die Urnen schreitet. 40 Parteien umfasst der Wahlzettel. Und es gilt: nur ein Kreuz.

In Deutschland sind 64 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über die 96 Kandidaten für das Europaparlament zu entscheiden. Ein Blick in ein Wahllokal zeigt, dass das Interesse dieses Mal offenbar größer ist als vor 5 Jahren.

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Sagt schon ein altes Sprichwort. Und der Blick auf den Wahlzettel 2019 scheint das zu bestätigen: Er umfasst nicht nur 40 Parteien, sondern ist beeindruckende 94 Zentimeter lang.

Dabei unterscheiden sich die Wahlzettel von Bundesland zu Bundesland. Wer an der Spitze steht, entscheidet das Ergebnis der letzten Europawahl auf Landesebene. Und damit man in der Wahlkabine nicht durcheinander kommt, steht ganz oben noch mal der Hinweis: Nur eine Stimme! Also nur ein Kreuz.

 

Interessant ist, dass in nur vier Bundesländern die SPD die Liste anführt – neben Berlin sind das Hamburg, Bremen und Brandenburg. In elf Bundesländern steht die CDU ganz oben. Und in Bayern natürlich die CSU. Gespannt dürften diesmal vor allem die Grünen sein, die es immerhin in zehn Bundesländern schon auf Platz drei der Liste geschafft haben.

Jede Stimme zählt. Anders als zur Bundestagswahl gibt es bei der Europawahl keine 5-Prozent-Hürde. Aber manchmal scheint es so, dass die Wahlverantwortlichen nicht so recht wissen, was sie bei der Plakatierung machen – wenn es stimmt, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt. Dieses Wahllokal im Stimmbezirk 108 ist übrigens das von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Safety first – Hahns Hoffnung

Berlin feiert dieser Tage 70 Jahre Luftbrücke. Mit mehr als 500.000 Flügen wurde damals West-Berlin aus der Luft versorgt. Es galt als die erste Konfrontation im Kalten Krieg. Heute erinnert so manch verlassenes Bauwerk – so wie hier in Frankfurt-Hahn – an diese Zeit.

Dutzende dieser Bunker sind heute noch am Hahn zu sehen. Einst dienten sie einer F-16-Staffel der US-Luftwaffe als Schutz. Heute sind sie nicht mehr in Betrieb – und eigentlich auch nicht mehr nutzbar.

 

Der Hahn war einst die größte US-Basis für Lufttransporte in Deutschland. Nach dem Abzug der Amerikaner übernahm Rheinland-Pfalz die Airbase, die immerhin über eine Piste von 3.500 Metern Länge verfügt. Lang genug, um jedes Verkehrsflugzeug der Welt landen zu lassen.

Sogar ein neuer Tower wurde dem Airport spendiert. Nun gut, fast. Der alte Tower wurde vielmehr für fünf Millionen Euro komplett umgestaltet und erhielt ein neues Stahlskelett. Das wurde mit einer Plane gut verdeckt.

 

Aber anders als die Luftbrücke ging diese Geschichte am Hahn nicht so gut aus. Nach Millionen-Verlusten stieg das Land Rheinland-Pfalz  aus und verkaufte seine Anteile an den chinesischen Investor HNA, der heute Mehrheitsgesellschafter ist. Interessant: Die USA nutzen den Flughafen aber weiterhin für Ihre Transporte – vor allem in den Mittleren Osten.

Eine der Fluggesellschaften, die regelmäßig den Hahn anfliegen, ist Atlas Air. Die amerikanische Airline ist bekannt dafür, dass sie viel für die US-Regierung in alle Welt unterwegs ist.

 

Zuweilen kommen zum Hahn heute aber auch russische oder aserbaidschanische Transport-Maschinen. Das sieht dann nach einer großen Völkerverständigung aus. Allerdings  reicht es nicht, um den Flughafen profitabel zu machen. Denn die großen Hoffnungen, als 1999 die irische Fluggesellschaft Ryanair den Hahn zu ihrer Deutschland-Basis machte, haben sich nicht erfüllt. Es fehlen einfach ganz viele tägliche Flüge mit Passagier und Fracht.

Übrigens: Die Berliner Luftbrücke kam an ihrem besten Tag auf 1.398 Flüge. Und die höchste Frachtrate an einem Tag betrug 12.940 Tonnen.

Ohne Kommentar

Nach Auskunft der FBB bestehen keine nicht behebbaren Mängel.

Die Bundesregierung in der BT-Drucksache 19/8715 auf die Frage zur Gefährdung des geplanten Fertigstellungstermins für den Berliner Großflughafen BER im Oktober 2020.

Freudsche Fehlleistung?

Es ist ein junges Format: das Basecamp. Eine lockere Gesprächs-Runde zu wichtigen Themen. Diesmal zur Europawahl. Mit dabei: die SPD-Politikerin Barley. Erstaunt schaut sie nach oben, was da gerade eingeblendet wird.

Und viel interessanter ist noch, was darüber angezeigt wird. Aber das ist purer Zufall. Denn in der Telefonica-Repräsentanz in Berlin Mitte werden auf großen Displays die aktuellen Suchwörter im Netz angezeigt. Und dieses sollte wohl heißen: Future Mobility. Passte nicht rauf. Aber was für eine Kombination.

Ein Kosmos im Kleinen

Berlin schreibt den 12. Dezember 1827. Es ist die erste Vorlesung des Universalgelehrten Alexander von Humboldt. In der Sing-Akademie – dem heutigen Maxim-Gorki-Theater – will der große deutsche Kosmopolit seine Sicht des Universums auch den einfachen Menschen nahebringen. Fast 1.000 Menschen wollen ihn hören.

Gut 200 Jahre später ist es ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der die Laudatio bei der Auftaktveranstaltung zu den neu aufgelegten Kosmos-Vorlesungen hält. Und dabei an Humboldts Geist erinnert, dass ein Gelehrter nicht nur das wissenschaftliche Publikum überzeugen sollte, sondern mit einfachen, klaren Worten komplexe Sachverhalte jedermann verständlich erläutern müsse. Daran, so das deutsche Staatsoberhaupt, sollten wir uns heute ein Beispiel nehmen. 

 

Als Aristokrat, der Humboldt nun einmal war, gelang es ihm dennoch, gesellschaftliche Schranken zu überwinden und immer wieder über den Tellerrand zu schauen. Was kaum jemand weiß: Alexander von Humboldt hatte in seiner Jugend den Revolutionär Simón Bolívar zum Freund und feierte seinen 60. Geburtstag mit dem Großvater von Lenin. Seiner Weltläufigkeit hat das keinen Abbruch getan.

Insgesamt zehn neue Kosmos-Vorlesungen hat die Humboldt-Universität zu Ehren ihres großen Namensgebers geplant. Den Auftakt bestreitet der renommierte Klimaforscher Paolo Artaxo aus Brasilien. Sein Credo: Der Klimawandel hat bereits eingesetzt. Die Wissenschaftler, so sagt er eindringlich, hätten ihre Hausaufgaben gemacht. Alle Daten lägen vor. Jetzt sei die Politik am Zuge.

 

Eine Stunde lang spricht der Klimaforscher von der Universität Sao Paulo. Und die Zahlen lassen einen frösteln: 62 Prozent mehr CO2 wurde seit 1990 in die Atmosphäre gepustet – damit hat sich die Konzentration des Treibhausgases in ein paar Jahren mehr als verdoppelt. Bereits 1912 hatte der schwedische Physiker Svante Arrhenius gewarnt, dass bei einer solchen Entwicklung ein sogenannter Glass-Bowl-Effekt eintritt und die Temperatur auf der Erde um fünf Grad ansteigen werde. Und dann?

Artaxo zeigt die Auswirkungen, wenn wir nichts tun: Eine Erderwärmung von 1,5 Grad ist die Beschreibung einer Durchschnittstemperatur. Doch der Durchschnitt sieht regional sehr unterschiedlich aus: In Europa verschwinden die Niederlande, Brandenburg wird ein Küstenland. Und Dänemark lockt als Unterwasser-Paradies.

 

Für die meisten der 400 geladenen Gäste im Gorki-Theater sind es letztlich nur Zahlen, die der Klimaforscher präsentiert. Die Wälder weltweit, so sagt er, nähmen 32 Prozent des gesamten CO2 auf. Umgerechnet heiße das, dass im Amazonas 120 Milliarden Tonnen CO2 gebunden sind. Was passiert, wenn diese Menge durch weitere Abholzung schrittweise freigesetzt wird?

Humboldts Vorträge, die er frei hielt, standen eigentlich unter dem Titel „Physische Erdbeschreibung, mit Prolegomenen über Lage, Gestalt und Naturbeschaffenheit der Gestirne“. Doch das war zu sperrig. Schon bald bekamen sie das Kürzel Kosmos-Vorlesungen. Sie waren für jeden verständlich und wurden ein gesellschaftliches Muss im alten Berlin. Daran will die Humboldt-Uni zwei Jahrhunderte später anknüpfen.

 

Steinmeier nimmt die Humboldt-Vorlage rhetorisch auf. Er erinnert nicht nur an die Lateinamerika-Reisen des großen Gelehrten, sondern beschreibt auch die Eselsbrücke, wie man sich den Standort der beiden Humboldt-Denkmäler vor der Berliner Universität gut merken kann: links Wilhelm in Richtung Wilhelmstraße und rechts Alexander in Richtung Alexanderplatz. Aus der Richtung, wo die Sonne aufgeht. Danke für die Erleuchtung.

Der singende Nobelpreisträger

Er ist eine Legende: Bob Dylan. Sänger, Songwriter und seit 2017 auch Nobelpreisträger für Literatur. Jetzt hat der 77-Jährige mit seiner „Never Ending World Tour“ nach drei Jahren wieder in Berlin Station gemacht.

Rund 7.000 Fans kamen in die Mercedes-Benz-Arena an der Spree. Da Dylan große Hallen eigentlich nicht mag und gern vor kleinerem Publikum spielt, wurden die oberen Ränge mit Tuch abgehängt. Was tut man nicht alles für den einzigen Sänger, der jemals einen Literatur-Nobelpreis bekommen hat.

 

Vor zwei Jahren hatte die Schwedische Akademie die US-Folklegende für seine sprachlich komplexen Lieder mit dem hohen Preis geehrt. Erst drei Monate später nahm der oft schweigsame Sänger die Ehrung entgegen – und sagte damals bei seinen Konzerten in Stockholm nichts dazu. Auch in Berlin blieb sich Dylan treu: er kam, sang und schwieg.

Kurz nach 20 Uhr betrat Dylan im weißen Dinnerjacket die Bühne. Sparsam beleuchtet verstrahlte sie etwas wie Wohnzimmeratmosphäre. Knapp 90 Minuten spielte er dann seine Songs – die heute ganz anders klingen, als sie seine Fans aus den 1960er und 1970er Jahren kennen. Und ihn dafür verehrten. Aber Dylan wollte nie Leitfigur einer ganzen Generation sein.

 

Dylan wollte immer nur singen. Wollte sich nie vereinnahmen lassen. So hat er sich immer wieder neu erfunden und zeigt in Berlin, dass seine Lieder auch ganz anders wunderschön sein können. Und: Er ist überraschend gut bei Stimme. Das liegt nicht an der Technik, sondern an Dylan selbst. Seine Freude an seinen immer neuen Interpretationen ist echt.

Nach knapp zwei Stunden ist das Konzert vorbei – und der Meister verneigt sich kurz vor dem Publikum. Er sagt kein Wort, sondern tritt ab. Manch einer ist wegen der Sprachlosigkeit irritiert. Aber dem Verkauf seiner Fan-Artikel tut das keinen Abbruch.

 

Das Flaggschiff beim Merchandising ist ein 100 Euro teures Tuch mit dem Aufdruck „Blowing in the  Wind“ – eine der beiden Zugaben des Konzerts. Wer den Text des 55 Jahre alten Liedes nicht kennt, der hätte den einst wütenden Anti-Krieg-Song in seiner neuen Version wohl nicht erkannt. Aber egal: man hat die Legende, die heute schon ein Mythos ist, mal selbst live erlebt.

Flughafen Tegel ist jetzt ein Denkmal

Nein, es ist kein Aprilscherz: der Flughafen Berlin Tegel (TXL) ist jetzt offiziell ein Denkmal. Der Landeskonservator Christoph Rauhut hat den letzten funktionierenden innerstädtischen Airport noch vor seinem Betriebsende auf die Denkmalliste gesetzt. Aber keine Angst: eine Auswirkung auf den Flugbetrieb hat es nicht.

Angefangen hat alles mit einem Architektenwettbewerb 1965. Dabei ging es schlicht darum, in der geteilten Stadt nach Tempelhof einen neuen, modernen Airport zu bauen. Ein junges Trio schlug eine Sechseck-Lösung vor. Bei Kapazitätsengpässen hätte der ersten Teil verdoppelt werden können – es hätte nur eines Zentralbereichs für beide Gebäude bedurft. Leider kam es anders.

 

Entworfen wurde der „Flughafen der kurzen Wege“ von Meinhard von Gerkan zusammen mit Volkwin Marg und Klaus Nickels. Das markante Sechseck, wo es von der Straßenzufahrt bis zur Abfertigung gerade mal 15 Meter sind, galt in den 1960er Jahren als kleine Revolution. Heute ist die Fingerlösung an allen größeren Flughäfen der Welt zu finden. Aber zunächst muss in der Regel erst einmal eine Shoppingmall durchquert werden.

Zentraler Punkt des Flughafens ist das Terminal A mit einer Außenlänge von 620 Metern und seinen 14 Fluggastbrücken. Da legt auch gern mal ein moderner Airbus A320 in alter, traditioneller Lufthansa-Bemalung an. Da staunen selbst altgediente Bodenabfertiger. Alle anderen Parkpositionen in TXL müssen per Bus erreicht werden.

 

Unter Denkmalschutz gestellt wurde nicht nur Tegel Süd mit der offiziellen Bezeichnung „Otto Lilienthal“, sondern auch Tegel Nord. Hier befand sich früher der „Französisch-Amerikanische Militärflughafen“. Heute wird dieser Bereich von der Flugbereitschaft der Bundeswehr für zivile Flüge genutzt.

Er gilt als geheimer Flughafen Deutschlands – und ist doch durch ein Wohngebiet der ehemaligen französischen Alliierten erreichbar: der militärische Teil des Flughafens Tegel. Nur dass hier keine Abfangjäger starten, sondern Bundeskanzlerin Angela Merkel startet oder Staatsgäste landen. So schlicht, wie das Gebäude von außen aussieht, ist es auch von innen. Lediglich der kleine VIP-Bereich ist mit ein paar Ledersesseln ausgestattet.

 

Übrigens: Die beste Sicht auf startende oder landende Flugzeuge in Tegel hat man von der obersten Parkplattform des Einkaufszentrum Der Clou. Mit Brötchen und heißem Kaffee im Erdgeschoss.

Brexit-Day

Die spinnen, die Briten. Das wusste schon Obelix. Heute wäre der Tag X gewesen. Also der Tag, an dem Großbritannien die EU verlassen wollte. Aber das Unterhaus in London konnte sich nicht auf einen Deal einigen oder einen Austritt ohne Vertrag – und bekam von der EU einen kleinen Aufschub bis zum 12. April.

Fake or real? Das ist hier die Frage. Seit einigen Wochen prangt an der Chausseestr. 18 in Berlin Mitte die Aufschrift UK Visa & Immigration. Angesichts der Turbulenzen in London ist man geneigt, das Ganze als einen Satire-Gag anzusehen. Wo ist die versteckte Kamera?

 

Reingefallen. Das Zentrum ist echt! Fast unglaublich, aber die Königlich Britische Botschaft hat hier kurz vor dem Brexit eine Außenstelle aufgemacht. Denn noch ist die Insel Teil der Europäischen Union, aber wer nach Großbritannien möchte, braucht vielleicht bald ein Visum.

Übrigens: Für den Fall eines ungeregelten Brexit können EU-Bürger noch bis zum 31. Dezember 2020 mit einem Personalausweis einreisen. Ab 1. Januar 2021 gilt dann jedenfalls eine Reisepass-Pflicht.

Wie würde Obelix sagen?