Corona: 2.297

Das ist die aktuelle Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in Deutschland – so hoch wie seit April nicht mehr. Diese Zahl war sei dem Frühjahr zunächst tendenziell gesunken, seit Ende Juli aber ist sie wieder angestiegen. Das bisher niedrigste Niveau wurde am 14. Juni mit 315 Neuinfektionen registriert.

Seit Tagen liegt die Masse der positiven Virus-Befunde nun wieder teils deutlich über 1.000. Das lässt sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts RKI aber nur zum Teil auf verstärkte Tests zurückführen. Offenbar ist das Infektionsgeschehen insgesamt wieder angestiegen. Kommt ein heißer Herbst?

Friede, Freude und ein Stupa

Stupa ist männlich. Der Stupa symbolisiert Harmonie und Liebe. Das Monument fördert das äußere Gleichgewicht und den Unmengen Frieden. Auch in Berlin. Von 2014 bis 2019 dauerte der Bau dieses Stupa. Die Ausstrahlung beruht auf den geweihten Beigaben – von vielen spirituellen Plätzen der Erde und von allen Glaubensrichtungen.

Hier handelt sich um ein Kadam Stupa, der sich durch eine glockenähnliche Form auszeichnet. Diese Form geht zurück auf den indischen Gelehrten Atisha, der im 11. Jahrhundert die Lehren des Buddha nach Tibet brachte.



Traditionell wird der Stupa in Uhrzeigerrichtung umrundet. Er ist ein Ort für starke Wunschgebete. Bei den kreisförmigen Bewegungen sollen sich der Körper entspannen und der Geist für Ruhe, Gelassenheit und Frieden öffnen. So soll es Buddha gelehrt haben.

Die Form des Stupa im Bezirk Friedrichshain entspricht dem auf der Spitze des Mahabodhi-Tempels im indischen Bodhgaya. Hier erlangte Buddha seine Erleuchtung. Er ist der wichtigste Pilgerort für Buddhisten.


Heute kümmert sich das Bodhicharya Zentrum für Frieden und Verständigung um dieses Kleinod in der Kinzigstraße 25-29, das – etwas versteckt – mit seinem schönen Garten auch Besucher zum Verweilen und Innehalten einlädt. Einfach mal hingehen. Wann haben Sie zum letzten Mal eine tiefe Ruhe gespürt?

Die Zukunft beginnt: Friedrichstraße ist autofrei

Berlins frühere Flaniermeile gehört wieder den Fußgängern und Radfahrern. Für ein paar Wochen ist der Autoverkehr verbannt – zumindest auf 500 Metern zwischen Französischer Straße und Leipziger Straße. Und der Versuch wird – entgegen allen Unkenrufen – offenbar gut angenommen.

Auch für Fahrradfahrer gilt ein Tempolimit: 20 km/h. Damit sollen sogenannte Kampfradler etwas ausgebremst werden. Denn dieser Abschnitt der Friedrichstraße soll den Fußgängern gehören.



Einer der Köpfe des Projektes ist Stadtplaner Stefan Lehmkühler. Er ärgert sich über den Vorwurf, dass hier eine „Fahrradautobahn“ geschaffen wurde, die auf Kosten der Fußgänger gehe. Auf den Bürgersteigen sei genug Platz zum Flanieren. Und das ist wohl auch richtig.

Einer der Läden, die das Angebot für ein „mobiles Schaufenster“ nutzen, ist das Bürgel-Haus. Sie verstehen den Widerstand gegen das Pilotprojekt nicht. Und hoffen auf mehr Besucher. Denn Touristen würden ja kaum mit dem Auto zum Einkaufen fahren.



„Mobile Strassenbäume“ sollen neben den „mobilen Schaufenstern“ die sonst so befahrene Friedrichstraße etwas entschleunigen und zum Verweilen einladen. Denn an normalen Tagen fahren 6.800 Autos die Straße entlang – meist nur durch, wie die Stadtplaner ermittelt haben.

Ein Hauch von Paris kommt nach Berlin. Mit den Sitzgruppen und Cafés auf der Straße ist die Stimmung entspannter. Und erste Geschäfte erzählen wenige Tage nach dem Start am 29. August, dass endlich auch die Kundschaft wieder reinschaut.


„Einkaufsstraßen haben Zukunft, wenn der öffentliche Raum nicht durch den motorisierten Individualverkehr dominiert wird“, sagt der Bürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel. Ende Januar 2021 ist der Versuch zu Ende. Dann wird abgerechnet.

Der Döner ist ein Berliner

Berlin ist die „Hauptstadt des Döners“. Mehr als 1.000 Läden gibt es hier mittlerweile, in denen diese – nach der Curry-Wurst – zweitbeliebteste Speise der Hauptstädter verkauft wird. Und offensichtlich schmeckt nicht nur den Menschen dieser wunderbare Snack.

Kadir Nurman steckte 1972 als Erster das Fleisch in einen Fladen und verkaufte das an seinem Stand am Kurfürstendamm. So hatte der türkische Gastarbeiter den Döner erfunden. Zunächst war es nur das Fleisch, später kam der Salat hinzu. Von Berlin aus trat der „türkische Döner“ dann seinen Siegeszug an.

Ein Stück Magie: Christo und Jeanne-Claude

Es sollten immer nur temporäre Kunstwerke sein, die das Ausnahme-Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude erschufen. Aber ihre außergewöhnlichen Arbeiten haben Millionen erfreut und bleiben ewig in Erinnerung. Jetzt hat ihnen Berlin eine Ausstellung gewidmet. Zu recht.

Im Palais Populaire werden rund 70 Werke gezeigt, von aus den Anfängen, als es noch um in (durchsichtige) Folien verpackte und mit Schnüren umwickelte Alltagsgegenstände ging, über frühe Zeichnungen bis hin zu Ideenskizzen für geplante Projekte und Konstruktionsanleitungen.

 

Zu sehen sind einige der visuell atemberaubenden Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts: Valley Curtain in Colorado (1970-72), Sourrounded Islands in Miami (1980-83), The Umbrella in Japan und Kalifornien (1984-91) und natürlich der verhüllte Reichstag in Berlin (1971-95). Und auch, wie alles begann.

Für seine ersten „Packages“ verwendete Christo Alltagsgegenstände – vom Zeitschfriftenstapel über Flaschen bis zu Telefonen. Er umwickelte sie zunächst mit Stoff, später mit Kunststofffolie und verschnürte diese. Dies sollte als Antithese des aus Osteuropa geflohenen Künstlers zur kapitalistischen, stromlinienförmigen Verpackung gesehen werden, durch die nur die Hülle attraktiver und verführerischer gemacht werden sollte.

 

Sämtliche Projekte des Künstlerpaares wurden ausschließlich über den Verkauf von Vorstudien, Zeichnungen, Collagen, Originallithografien und Editionen ermöglicht. Christo und Jeanne-Claude akzeptierten keine Fördermittel – weder aus öffentlicher noch aus privater Hand. Das machte sie nicht nur künstlerisch unabhängig.

Christo hatte auch ein Gespür für weltbewegende Ereignisse. Besonders deutlich wurde dies wohl bei der spektakulären Verhüllung des Berliner Reichstages im Sommer 1995, die über fünf Millionen Besucher aus aller Welt anlockte. Für zwei Wochen herrschte eine magische Stimmung rund um das silbern glitzernde Bauwerk.

 

1961 machte Christo übrigens erstmals den Vorschlag, ein öffentliches Gebäude zu verhüllen. Er lebte damals in Paris in der Nähe des Triumpfbogens. Ein Jahr später legte er folgerichtig den ersten Entwurf der Verhüllung dieses Bauwerks vor. Aber erst 2018 beantragte Christo offiziell eine Genehmigung, und schon 2019 gestatte das Centre des Monuments Nationaux die Realisierung.

Seit dem Tod seiner Frau 2009 führte Christo die geplanten Vorhaben allein weiter. Auch nach dem Tod von Christo 2020 sollen die Arbeiten weitergeführt werden. Vom 18. September bis 4. Oktober wird in Paris der Arc de Triomphe mit 25.000 Quadratmetern recycelbarem silberblauer Polypropylenfolie verhüllt und mit 7.000 Metern roten Seil verpackt.

 

Ein Objekt harrt noch der Realisierung: The Mastaba. Noch existieren davon nur großformatige Zeichnungen. Sollte es je verwirklicht werden, dann würde die größte Skulptur der Welt aus 410.000 bunten Fässern in der Wüste von Abu Dhabi entstehen. Und anders als alles bisherige soll es dauerhaft installiert werden. Christo forever.

200.260

Das ist die aktuelle Zahl der Menschen, die sich in Deutschland mit dem Corona-Virus infiziert haben: 200.260. Damit liegt diese vom Robert-Koch-Institut Mitte Juli genannte Zahl erstmals über der Marke von 200.000. In den USA stecken sich in nur drei Tagen soviel Menschen mit Covid-19 an.

Zunächst waren in Deutschland die Infektionszahlen im März rasch angestiegen. Anfang April gab es dann über 6.000 Meldungen pro Tag. Im Mai sank sie unter 1.000. Aktuell gibt es in der Regel täglich weniger als 500.

Bisher sind nach RKI-Angaben 9.078 Menschen an der neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Das alles zeigt: die Eindämmungsmassnahmen haben gewirkt!

Eines sei noch an alle Kritiker ins Stammbuch geschrieben: Lieber eine Maske vorm Mund als einen Schlauch im Hals.

Neues Leben im Gaswerk Köpenick

Gas hat in Berlin eine lange Tradition. Über 100 Jahre wurde Stadtgas produziert, in großen Gasometern gespeichert und zur Versorgung der Haushalte und für die Straßenbeleuchtung genutzt. Dann kam das Erdgas.

Eines der schönsten ist das Gaswerk Köpenick, das 1889 als Private Gasanstalt zur Leuchtgasherstellung entstand. Architekt war Hugo Kinzer, der auch das Köpenicker Rathaus entwarf. Heute beherbergt das Hauptgebäude ein Restaurant mit Biergarten.

 

Vor mehr als 170 Jahren entstand 1847 die GASAG. Das stadteigene Gaswerk sollte den Betrieb der 2.055 öffentlichen Gaslaternen sicherstellen. Die Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft war damals das größte kommunale Gasversorgungsunternehmen Westeuropas.

Heute dient das einstige Gaswerk als Stellplatz für Wohnmobile und als Winterquartier für Zirkuswagen. Nur am Eingang erinnert ein Schild an die lange Geschichte. Denn der einstige Gasometer mit einem Fassungsvermögen von zunächst 3.000 Kubikmetern ist längst schon abgerissen.

 

Mit der Ausbreitung der Stadt Berlin und der Gasherde in privaten Haushalten hatte sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts  der Gasbedarf vervierfacht. So entstand vor gut 130 Jahren auch das Gaswerk Köpenick. Das einstige GASAG-Areal ging 1965 als Betriebshof an die BSR. Jetzt will das Land Berlin hier eine Musikschule erbauen.

Für den Übergang haben Zwischennutzer die alten Hallen erobert. Einer von ihnen ist ein Köpenicker Autofan, der liebevoll einen VW-Strandbuggy restauriert hat. Der Käfer zählt zu den geländegängigsten Fahrzeugen ohne Allrad-Antrieb. Und das H auf dem Nummernschild steht für historisch – ein Oldtimer.

 

Das Köpenicker Gaswerk wurde übrigens  mit der Schaffung von Gross-Berlin 1920 Teil der GASAG, die die Gasproduktion vor Ort bereits 1925 beendete. Der auf 12.000 Kubikmeter ausgebaute Gasbehälter wurde vom städtischen Netz aus befüllt. 1994 wurde der alte Gasometer abgerissen.

Clärchen lacht wieder

Eine Legende ist zurück: Clärchens Ballhaus ist wieder offen. Ende 2019 hatte das berühmte Gasthaus in der Auguststraße seine Türen wegen Umbauarbeiten geschlossen. Jetzt sollen die „großen Arbeiten“ in zwei Jahren erst beginnen.

Äußerlich hat sich nicht viel geändert. Soll es auch nicht. Denn gerade der Flair des langsamen Verfalls macht den Charme dieses Hauses aus. In einem Viertel, das immer mehr von Galerien beherrscht wird.



In den vergangenen Monaten ist in dem vor sich hin bröckelnden Haus nur Wesentliches verändert worden: Es gibt eine neue Elektrik, eine neue Beleuchtung und eine neue Küche.

Ja, auch die Speisekarte ist neu – denn es gibt einen neuen Küchenchef: Simon Dienemann. Er hatte bereits bei Tim Raue gekocht und setzt auf regionale Küche. Statt Pizza gibt es jetzt Blutwurst.



Erhalten geblieben ist der legendäre Spiegelsaal, der auch durch die Umbauarbeiten nur leicht verändert werden soll, sagt der Besitzer Yoram Roth. Der Fotograf ist der Sohn des Immobilienunternehmers Rafael Roth und Teilhaber des Fotografiemuseums Fotografiska in Stokholm. Das möchte sich gern im neuen Tacheles an der Oranienburger Straße ansiedeln.

Jetzt wird täglich gewienert, denn das Restaurant im Erdgeschoss ist wieder offen. Nur die Tanzveranstaltungen dürfen coronabedingt noch nicht wieder stattfinden.



Übrigens: Das 1913 von Fritz Bühler zunächst nach ihm benannte Ballhaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von seiner Witwe Clara weitergeführt, die ihm seinen bis heute bekannten Namen gab. Einer der berühmtesten Stammgäste war ohne Zweifel Heinrich Zille. Zuletzt drehte hier Quentin Tarantino Szenen für seinen Film „Inglorious Bastards“. 

30 Jahre Währungsunion

Am 1. Juli 1990 war es soweit: die D-Mark hielt Einzug in den Osten Deutschlands, der damals noch DDR hieß. Drei Monate vor der Deutschen Einheit hatten die Deutschen in West und Ost das gleiche Zahlungsmittel. Jetzt sollte zusammenwachsen, was zusammengehört.

Als erstes Kreditinstitut öffnete die Deutsche Bank am Berliner Alexanderplatz punkt Mitternacht ihre Türen. Der Andrang war so groß, dass eine Scheibe zu Bruch ging. Daraufhin wurden die Türen geschlossen. Wer noch ans Westgeld wollte, musste durch die kaputte, glaslose Tür nun unter einem Metall-Querriegel hindurchkriechen. Für manch ältere DDR-Bürger eine echte Herausforderung.



Die Währungsunion war auch logistisch eine Herausforderung: 440 Millionen Banknoten mit einem Gesamtgewicht von 460 Tonnen mussten in die DDR gebracht werden. Hinzu kamen 102 Millionen Münzen, die rund 750 weitere Tonnen auf die Waage brachten.

Die D-Mark war ohne Zweifel ein „Schwergewicht“. Während es die 10-Mark-Münze der DDR auf gut zehn Gramm brachte, schlug die Waage bei der 10-DM-Münze bei 14 Gramm an.



Teilweise wurden die Lkw mit dem neuen Geld (West) von NVA-Soldaten (Ost) begleitet. Und es gab, so berichtete später Ex-Finanzminister Theo Waigel, keinen einzigen Überfall. Nicht eine DM ging bei den Transporten verloren.