Zahl der Woche: 6.410

Genau 6.410 Britische Pfund kostete eine Daimler-Limousine im Jahr 1947 – und war damit das teuerste Auto der Welt. Heute steht einer dieser Reihen-Achtzylinder in der Classic Remise Berlin.

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Der Daimler DE 36 galt als „Königliche Sänfte“, transportierte er doch in den 1930er und 1940er-Jahren zahlreiche gekrönte Häupter des Vereinigten Königreichs. Dieser Wagen hier (Baujahr 1949) wurde für die Dreharbeiten zu Spielbergs „Schindlers Liste“ genutzt.

 

 

Der „grüne“ Alexanderplatz

Der „Alex“ – ein Synonym für Hektik, Verkehr und zugige Ecken. Doch war der Alexanderplatz früher anders: Einst ein Viehmarkt vor den Toren der Stadt wurde er später als Exerzierplatz der Preußischen Armee genutzt, bevor er sich Anfang des 20. Jahrhunderts zum größten Verkehrsknotenpunkt Berlins entwickelte. In Zeiten des Zweiten Weltkriegs wurden dort sogar Runkelrüben gezüchtet, wie eine alte Wochenschau beschreibt…

 

Der Blick über den Alex 1944
Das Rüben-Rondell auf dem Alex (1944)

Seinen heutigen Namen erhielt der Platz übrigens zu Ehren des Berlin-Besuchs des russischen Zaren Alexander I.  im Oktober 1805.

Berlin ist ein Vulkan

Über 100 Orte auf der Welt tragen den Namen Berlin. Einer der „coolsten“ Plätze ist sicherlich Mount Berlin in der Antarktis. Der Schildvulkan ist mit 3.478 Metern knapp zehn Mal höher als der Fernsehturm am Alexanderplatz! Der Berg wurde übrigens nach Leonard M. Berlin benannt, der 1940 die erste Schlitten-Expedition dorthin anführte.

Der Berg wurde nach seinem Entdecker
(Quelle: USGS Atlas of Antarctic Research)

 

 

Zahl der Woche: 49

Coffee to go schlägt Berliner Weiße: Jedes Jahr konsumiert der Durchschnitts-Berliner 49 „Kaffee zum  Mitnehmen“. Umgerechnet sind das jährlich rund 170 Millionen Einwegbecher, wie Statistiker errechnet haben. Mal abgesehen von den Müllbergen: Wäre ein guter Kaffee in Ruhe genossen nicht die bessere Alternative?

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Und der Duden müsste nicht mehr den Unterschied zwischen einem Coffee to go und dem Togo-Kaffee erklären. Über den wurde übrigens vor gut 100 Jahren gelästert, dass nur „der Patriotismus des deutschen Konsumenten einen Verkauf möglich macht“.

Zum 200. Geburtstag: Lang lebe Litfaß

Ein war ein Anschlag der besonderen Art: 1855 staunte Berlin nicht schlecht, als auf einmal 100 dicke Säulen aufgestellt wurden, die nicht künstlerisch-verspielter Natur waren. Ein Herr Ernst Litfaß, vom Berufe Drucker, genauer gesagt Königlicher Hof-Buchdrucker, hatte diese Idee, die sich eigentlich gegen den Wildwuchs der Werbeplakate richtete. Also warum nicht eine runde Anschlagtafel für alle schaffen?

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Doch die Polizei – so ist überliefert – war zunächst wenig begeistert. Aber was kann einer Behörde besseres passieren, als zensierte „Annoncen“ zu veröffentlichen. Und so hieß der dicke Werbeträger auch zunächst höchst offiziell Annoncier-Säule oder Anschlag-Säule. Der Berliner benannte sie aber lieber nach seinem Erfinder: Litfaß. Am 11. Februar 1816 wurde er geboren – sein Grab ist auf den Dorotheenstädtischen Friedhof zu finden. In Süterlin steht da sein Name.

Nicht vergessen: Auch nach der neuen Rechtschreibung wird Litfaß mit ß und nicht mit einem Doppel-s geschrieben.

Berlinale 2016: Am Aschermittwoch beginnt der Countdown

Die Berlinale kommt. Mit Macht. Während die Jecken aus der fünften Jahreszeit in den Alltag zurückkehren, heißt es beim größten Publikumsfestival: Der Countdown läuft. Am Donnerstagabend beginnt die 66. Berlinale.

 

In zehn Tagen werden mehr als 400 Filme gezeigt, seit Wochenbeginn läuft der Kartenvorverkauf. Wer Online sein Glück versucht, ist nicht zu beneiden. Denn nur rund 15 Minuten werden die Karten „reserviert“, dann muss die Bestellung abgeschlossen sein. Und dies mit einem Online-Account, der in dieser Zeit auch noch zumeist neu erstellt werden muss.

Die Alternative heißt: anstehen. Bei diesem Wetter nicht wirklich eine gute Idee. Aber am Aschermittwoch müssen viele dennoch raus. Denn jetzt heißt es noch einmal: Ärmel hochkrempeln, die letzten Gerüste aufbauen, den roten Teppich auslegen und auf den Ansturm ab Donnerstag vorbereiten. Schließlich haben sich in diesem Jahr Filmgrößen wie George Clooney, Colin Firth, Jude Law, Julianne Moore oder Tilda Swinton angesagt. Gedrängel, Geschubse und Fan-Kreischen inklusive. Zum Trost auch hier: am 21. Februar ist alles vorbei…

Max Beckmann in Berlin

„Etwas Rauschendes Üppiges wie Seide, die man auseinanderblättert und wildes grausames prachtvolles Leben“ – das suchte der Maler Max Beckmann in den 20er-Jahren der vergangenen Jahrhunderts in der Hauptstadt, die ihm in der Berlinischen Galerie jetzt eine eigene Ausstellung widmet. Der war übrigens, so wird es uns erzählt, ein „Vermarktungsgenie“. Die Werke seiner Rivalen machte er gern verächtlich mit den Worten wie „Gauguin-Tapete“, „Picasso-Schachbrettchen“ oder „sibirisch-bajuvarische Marterlnplakate“ (Wassily Kandinsky).

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Übrigens: Schon das 2004 als Landesmuseum für Moderne Kunst eröffnete Gebäude ist allein sehenswert. Gleich vor der alten Glasfabrik steht die Skulptur „Dreiheit“. Diese Stahlrohrbündel aus Chrom-Nickel-Stahl sind das Markenzeichen des Künstlerehepaares Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff. Bekannt ist wohl die Skulptur „Berlin“ am Tauentzien.

Zahl der Woche: 287

Der Berliner Funkturm bei Nacht
Der Berliner Funkturm bei Nacht – 287 Stufen sind es genau bis zum Restaurant, die normalerweise nicht betreten werden dürfen. Beim LAG-Empfang am 4. Februar gab es eine (ungewollte) Ausnahme: der Fahrstuhl war kaputt und so konnten die Teilnehmer auf dem luftigen Weg einen einzigartigen Ausblick genießen. Bis ganz nach oben zur Plattform sind es übrigens 647 Stufen. Da sollte man schon schwindelfrei sein…

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