Berlin ist ein Vulkan

Über 100 Orte auf der Welt tragen den Namen Berlin. Einer der „coolsten“ Plätze ist sicherlich Mount Berlin in der Antarktis. Der Schildvulkan ist mit 3.478 Metern knapp zehn Mal höher als der Fernsehturm am Alexanderplatz! Der Berg wurde übrigens nach Leonard M. Berlin benannt, der 1940 die erste Schlitten-Expedition dorthin anführte.

Der Berg wurde nach seinem Entdecker
(Quelle: USGS Atlas of Antarctic Research)

 

 

Zahl der Woche: 49

Coffee to go schlägt Berliner Weiße: Jedes Jahr konsumiert der Durchschnitts-Berliner 49 „Kaffee zum  Mitnehmen“. Umgerechnet sind das jährlich rund 170 Millionen Einwegbecher, wie Statistiker errechnet haben. Mal abgesehen von den Müllbergen: Wäre ein guter Kaffee in Ruhe genossen nicht die bessere Alternative?

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Und der Duden müsste nicht mehr den Unterschied zwischen einem Coffee to go und dem Togo-Kaffee erklären. Über den wurde übrigens vor gut 100 Jahren gelästert, dass nur „der Patriotismus des deutschen Konsumenten einen Verkauf möglich macht“.

Zum 200. Geburtstag: Lang lebe Litfaß

Ein war ein Anschlag der besonderen Art: 1855 staunte Berlin nicht schlecht, als auf einmal 100 dicke Säulen aufgestellt wurden, die nicht künstlerisch-verspielter Natur waren. Ein Herr Ernst Litfaß, vom Berufe Drucker, genauer gesagt Königlicher Hof-Buchdrucker, hatte diese Idee, die sich eigentlich gegen den Wildwuchs der Werbeplakate richtete. Also warum nicht eine runde Anschlagtafel für alle schaffen?

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Doch die Polizei – so ist überliefert – war zunächst wenig begeistert. Aber was kann einer Behörde besseres passieren, als zensierte „Annoncen“ zu veröffentlichen. Und so hieß der dicke Werbeträger auch zunächst höchst offiziell Annoncier-Säule oder Anschlag-Säule. Der Berliner benannte sie aber lieber nach seinem Erfinder: Litfaß. Am 11. Februar 1816 wurde er geboren – sein Grab ist auf den Dorotheenstädtischen Friedhof zu finden. In Süterlin steht da sein Name.

Nicht vergessen: Auch nach der neuen Rechtschreibung wird Litfaß mit ß und nicht mit einem Doppel-s geschrieben.

Berlinale 2016: Am Aschermittwoch beginnt der Countdown

Die Berlinale kommt. Mit Macht. Während die Jecken aus der fünften Jahreszeit in den Alltag zurückkehren, heißt es beim größten Publikumsfestival: Der Countdown läuft. Am Donnerstagabend beginnt die 66. Berlinale.

 

In zehn Tagen werden mehr als 400 Filme gezeigt, seit Wochenbeginn läuft der Kartenvorverkauf. Wer Online sein Glück versucht, ist nicht zu beneiden. Denn nur rund 15 Minuten werden die Karten „reserviert“, dann muss die Bestellung abgeschlossen sein. Und dies mit einem Online-Account, der in dieser Zeit auch noch zumeist neu erstellt werden muss.

Die Alternative heißt: anstehen. Bei diesem Wetter nicht wirklich eine gute Idee. Aber am Aschermittwoch müssen viele dennoch raus. Denn jetzt heißt es noch einmal: Ärmel hochkrempeln, die letzten Gerüste aufbauen, den roten Teppich auslegen und auf den Ansturm ab Donnerstag vorbereiten. Schließlich haben sich in diesem Jahr Filmgrößen wie George Clooney, Colin Firth, Jude Law, Julianne Moore oder Tilda Swinton angesagt. Gedrängel, Geschubse und Fan-Kreischen inklusive. Zum Trost auch hier: am 21. Februar ist alles vorbei…

Max Beckmann in Berlin

„Etwas Rauschendes Üppiges wie Seide, die man auseinanderblättert und wildes grausames prachtvolles Leben“ – das suchte der Maler Max Beckmann in den 20er-Jahren der vergangenen Jahrhunderts in der Hauptstadt, die ihm in der Berlinischen Galerie jetzt eine eigene Ausstellung widmet. Der war übrigens, so wird es uns erzählt, ein „Vermarktungsgenie“. Die Werke seiner Rivalen machte er gern verächtlich mit den Worten wie „Gauguin-Tapete“, „Picasso-Schachbrettchen“ oder „sibirisch-bajuvarische Marterlnplakate“ (Wassily Kandinsky).

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Übrigens: Schon das 2004 als Landesmuseum für Moderne Kunst eröffnete Gebäude ist allein sehenswert. Gleich vor der alten Glasfabrik steht die Skulptur „Dreiheit“. Diese Stahlrohrbündel aus Chrom-Nickel-Stahl sind das Markenzeichen des Künstlerehepaares Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff. Bekannt ist wohl die Skulptur „Berlin“ am Tauentzien.

Zahl der Woche: 287

Der Berliner Funkturm bei Nacht
Der Berliner Funkturm bei Nacht – 287 Stufen sind es genau bis zum Restaurant, die normalerweise nicht betreten werden dürfen. Beim LAG-Empfang am 4. Februar gab es eine (ungewollte) Ausnahme: der Fahrstuhl war kaputt und so konnten die Teilnehmer auf dem luftigen Weg einen einzigartigen Ausblick genießen. Bis ganz nach oben zur Plattform sind es übrigens 647 Stufen. Da sollte man schon schwindelfrei sein…

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Ziegenpreis versus Benzinpreis

Ziege Die Fruit Logistica macht Berlin wieder zur internationalen Hauptstadt der Fruchthandelsbranche. Aber was hat die Früchte-Messe mit Benzinpreisen zu tun? Auf den ersten Blick eigentlich nichts- außer bei den Transportkosten. Doch die BayWa als Europas größter Agrarhändler verweist anlässlich der Messe auf eine einzigartige Facette: die Ziegenpreis-App. Das ist eine mobile Anwendung für Kleinbauern in Sambia, die oft noch im lokalen Markt verhaftet sind, aber schon das Mobiltelefon nutzen.  Und dafür ist eine spezielle App entwickelt worden, die jeden Kleinbauern auf dem Weg zum Markt mit den aktuellsten Preisen versorgt. Markttransparenz made in Schwarzafrika… Und wie lange haben wir hier für eine Benzinpreis-App gebraucht??

Tanz auf dem Vulkan

Berlin und die „Goldenen Zwanziger“ – eine sehr sehenswerte Ausstellung im Ephraim-Palais. Am 31. Januar geht sie zu Ende, also letzte Chance. So ziert eine Schlange mit ständig mehr als 100 Interessierten am Wochenende die Vorderfront. Wie immer auf den letzten Drücker. Das scheint  für Berliner Ausstellungen aber typisch zu sein.

Wer die Ausstellung „Tanz auf dem Vulkan“ sehen will, muss Geduld mitbringen. Aber zum Glück heißt es so schön: Abwarten und Tee trinken! Denn ein heißes Getränk hält die Laune während der gut einstündigen Wartezeit aufrecht. Dann gibt es die begehrten Karten.

Gleich der erste Raum begrüßt die Besucher ein Plakat aus den 1920er-Jahren: ein Paar tanzt auf einer Bombe, auf der „Anarchie“ steht. „Ach, wie wunderbar schön ist dieser Tanz“, sagt der eine. Darauf der andere: „Ja, bloß der Boden ist ein bisschen heiß.“ Nomen est Omen?

Die Figuren auf dem Reichstag

IMG_2873 Wusstest Ihr schon, dass der Reichstag an den Ecktürmen allegorische Figuren hat? Jeweils vier Stück?? Ein Blick auf die von Friedrich Schierholz und Christian Behrens (Nordostturm), Sirius Ederle und Gustav Eberlein ( (Nordwestturm), Robert Diez und Otto Lesung (Südwestturm) und schließlich noch Hermann Voll und Rudolf Maison (Südostturm) sind allemal reizvoll. Dieser Turm hier zeigt „Erziehung“, „Unterricht“, Kunst“ und Literatur“. Ausgerechnet unter der Europa-Flagge befinden sich übrigens die Figuren „Wehrkraft zu Lande“ und „Wehrkraft zur See“…