Neues Leben im Gaswerk Köpenick

Gas hat in Berlin eine lange Tradition. Über 100 Jahre wurde Stadtgas produziert, in großen Gasometern gespeichert und zur Versorgung der Haushalte und für die Straßenbeleuchtung genutzt. Dann kam das Erdgas.

Eines der schönsten ist das Gaswerk Köpenick, das 1889 als Private Gasanstalt zur Leuchtgasherstellung entstand. Architekt war Hugo Kinzer, der auch das Köpenicker Rathaus entwarf. Heute beherbergt das Hauptgebäude ein Restaurant mit Biergarten.

 

Vor mehr als 170 Jahren entstand 1847 die GASAG. Das stadteigene Gaswerk sollte den Betrieb der 2.055 öffentlichen Gaslaternen sicherstellen. Die Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft war damals das größte kommunale Gasversorgungsunternehmen Westeuropas.

Heute dient das einstige Gaswerk als Stellplatz für Wohnmobile und als Winterquartier für Zirkuswagen. Nur am Eingang erinnert ein Schild an die lange Geschichte. Denn der einstige Gasometer mit einem Fassungsvermögen von zunächst 3.000 Kubikmetern ist längst schon abgerissen.

 

Mit der Ausbreitung der Stadt Berlin und der Gasherde in privaten Haushalten hatte sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts  der Gasbedarf vervierfacht. So entstand vor gut 130 Jahren auch das Gaswerk Köpenick. Das einstige GASAG-Areal ging 1965 als Betriebshof an die BSR. Jetzt will das Land Berlin hier eine Musikschule erbauen.

Für den Übergang haben Zwischennutzer die alten Hallen erobert. Einer von ihnen ist ein Köpenicker Autofan, der liebevoll einen VW-Strandbuggy restauriert hat. Der Käfer zählt zu den geländegängigsten Fahrzeugen ohne Allrad-Antrieb. Und das H auf dem Nummernschild steht für historisch – ein Oldtimer.

 

Das Köpenicker Gaswerk wurde übrigens  mit der Schaffung von Gross-Berlin 1920 Teil der GASAG, die die Gasproduktion vor Ort bereits 1925 beendete. Der auf 12.000 Kubikmeter ausgebaute Gasbehälter wurde vom städtischen Netz aus befüllt. 1994 wurde der alte Gasometer abgerissen.

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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