Eine Kuppel ohne Gott

Es wird ein neues Wahrzeichen Berlins: das Schloss. Und mit ihm seine Kuppel. Jetzt wird ernsthaft diskutiert, ob sie ein christliches Kreuz tragen wird. Ob das für den Wiederaufbau des Preußen-Schlosses angemessen sei. Was für eine komische Debatte – schließlich befand sich in dem prunkvollen Achteck darunter die alte Schlosskapelle. Bis zu 600 Menschen konnten hier dem Gottesdienst lauschen.

Es ist schon ein Stück aus dem Tollhaus: Erst schaut sich keiner die Pläne an, in denen das Kreuz letztlich als historisches Element des Schlosses schon vermerkt ist. Und dann soll als Gegenstück das Wort „Zweifel“ angebracht werden, das nur wenige Monate den alten Palast der Republik bis zu seinem Abriss krönte. Äpfel und Birnen??

Aber allen Zweiflern zum Trost: Ein Nachbau der alten Schloss-Kapelle ist nicht vorgesehen. Vielmehr sollen in dem Saal künftig Wandgemälde aus buddhistischen Höhlenklöstern Zentalasiens gezeigt werden. Überhaupt: das neue Humboldt-Forum wird ein durch und durch säkulares Museum und Veranstaltungszentrum.

Kleine Randbemerkung: Das meterhohe goldene Kreuz war ursprünglich nicht vorgesehen, weil nicht im Finanzplan drin. Erst die großzügige Spende einer einzelnen Dame ermöglicht diesen Kreuznachbau.

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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