Ankunft BER -Wir können auch Flughafen

Nach 24 Jahren Planung, 14 Jahre nach dem ersten Spatenstich und mit gut acht Jahren Verspätung ist es geschafft: Der BER ist eröffnet. Berlin kann also auch Flughafen. Auch wenn die Kosten explodiert sind und mit 6,5 Milliarden Euro fast drei mal über dem ursprünglichen Budget liegen.

Die erste Maschine, die kurz nach 14:00 Uhr offiziell erstmals auf dem neuen Flughafen BER landet, ist ein EasyJet-Flugzeug. Es kommt direkt aus Tegel. Aber die meisten Flieger der Billig-Airline sind, wie man sieht, schon am neuen, alten Heimat-Airport angekommen. Hier waren sie vor der Corona-Pandemie bereits beheimatet.

 

Eigentlich sollte der BER mit einer Parallel-Landung von EasyJet und Lufthansa eröffnet werden. Doch eine niedrige Wolkendecke verhinderte die gemeinsame Landung auf der Nord- und Südbahn. So kam zuerst der orangene Flieger aus Tegel mit dem „Heimvorteil“ runter.

Wenig später landete auf der gleichen Bahn der Flug LH2020 aus München. Passend dazu hat die Kranich-Airline ihren Airbus A320 Neo „Neubrandenburg“ mit dem Schriftzug Hauptstadtflieger versehen. Danke, LH.

 

Die Eröffnungszeremonie ist diesmal bescheiden. Statt für Juli 2012 geplante Riesenfeier werden beide Maschinen lediglich mit Wasserfontainen der Flughafenfeuerwehr begrüßt. Und dann sagt der Flughafen-Termintator Lütke Daldrup den Satz, der Leipzig in den Ohren klingeln dürfte: „Jetzt hat Ostdeutschland endlich einen richtigen Flughafen.“

Vor fünf Jahren war der BER – wie hier ein Foto von 2014 – noch ein Geisterflughafen. Nun ist der Airport „Willy Brandt“ endlich am Flugnetz. Mit täglich 5.000 Passagieren wird am Anfang gerechnet. Dank Corona ist er also nicht gleich zu klein.

 

Jetzt sind auch die BER-Witze Geschichte. Allerdings ist es in reinigen Tagen auch Tegel – der Flughafen der kurzen Wege. Da heutzutage mehr als 60 Prozent des Umsatzes aus dem Non-Aviation-Bereich stammen, müssen Passagiere am BER erst einmal durch eine riesige Shopping-Mall gehen, um zu ihrem Kerosin-Flieger zu gelangen. So nennen Spötter den neuen BER schon mal gern ein „Museum des fossilen Kapitalismus“. Aber immerhin mit geplant 43 Millionen Besuchern pro Jahr.

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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