Presidente, Presidente

Er gilt in Spanien als Staatsfeind Nummer eins: Carles Puigdemont. Seit Monaten lebt er in Berlin im Exil. Und wo er auftaucht, jubeln die Katalanen. Für sie ist er immer noch die Hoffnung auf eine Unabhängigkeit. Und selbst für das spanische Staatsfernsehen tve ist es ein wichtiges  Ereignis.

Im Haus der Bundespressekonferenz erzählt Puigdemont seine Vision eines freien und unabhängigen Kataloniens. Diese Bestrebungen hatten in Spanien zu einer Verfassungskrise geführt, die ihn schließlich über Brüssel ins Berliner Exil trieb.

Puigdemont hatte Katalonien zur eigenständigen Republik gemacht, die Zentralregierung in Madrid schlug zurück  und erklärte das Referendum für illegal. Seitdem gilt der Katalane zu Hause als Staatsfeind: ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft.

An dem Tag sind aber alle Sorgen fern. Wie ein kleiner Popstar wird er am Eingang der Bundespressekonferenz von seinen Anhängern empfangen. Laut rufen sie: Presidente, Presidente!

Jetzt kämpft Puigdemont seinen Unabhängigkeitskampf von einem kleinen Kreuzberger Hinterhof aus. Und die kleinen Auftritte genießt er wie ein großer Staatschef. Bei seinem Erscheinen wird kurz eine Fahne Kataloniens geschwenkt. Aber dann ist nicht Zeit für Kämpfe, sondern für Selfies.

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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