Gabriel und die doppelte Moral

Seit einem halben Jahr ist Sigmar Gabriel nicht mehr Vizekanzler. Und hatte sich in die politische Schmollecke zurückgezogen. Jetzt läuft er wieder zur Höchstform auf. Bei der Buchvorstellung des Herder-Verlags „Wir verstehen die Welt nicht mehr“ las er der politischen Elite die Leviten.

Deutschland soll strategisch erwachsen werden. Das fordert der Ex-Außenminister und warnt davor, in der Außenpolitik den Diskurs auf die NATO zu reduzieren, das sei „unterkomplex“.

 

Der Tenor von Gabriel ist einfach: Moral muss man sich leisten können. „Wir tun etwas, was moralisch richtig ist, und wundern uns, dass uns andere nicht folgen.“ Und fragt zugleich: „Ist es eine kluge Idee, dass wir auch moralischer Führer sein wollen?“

Da möchte man antworten, eher nicht – solange wir nicht die Frage nach unseren geostrategischen Interessen geklärt haben. Oder um es mit dem Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolgang Ischinger, zu sagen: „Deutschland sollte seine Sicherheitsinteressen selber definieren – anhand der konkreten Gefahrenlage, und sich nicht an international festgelegten Punkten orientieren.“

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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