Ein Erbe von Roggow

Zu Gast bei einem Schlossherren: Am letzten Tag des Jahres 2017 lädt Peter von Oerzten zu einem Besuch seines Herrenhauses in Roggow ein. Über Jahrhunderte war die Familie in Mecklenburg eine feste Burg. Bis 1945 alles endete. Die 925 Hektar wurden enteignet.

Der Hausherr, Jahrgang 1940, ist stolz auf die Tradition der Familie von Oertzen. Gern erzählt er von der wechselvollen Geschichte. Erst 1991 kaufte er das älteste Gebäude der weit verzweigten  Familie zurück, das bereits im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde.

Stück für Stück renoviert der einstige Kaufmann das Herrenhaus, das zu DDR-Zeiten ein Heim für 12 Familien war. Kurz vor der Wende wurde es leergezogen, damit daraus ein Kinderheim entstehen sollte. Aber die Geschichte wollte es anders: das Objekt fiel an die Treuhand.

Mit viel Enthusiasmus und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen kaufte von Oertzen den uralten Stammsitz zurück und machte sich an die Rekonstruktion des alten Gemäuers. Heute finden hier sogar wieder Hochzeiten statt.

“Ich wollte es noch mal wissen und etwas Neues beginnen“, sagt von Oertzen, der zuvor mehr als ein Vierteljahrhundert bei Villeroy & Boch gearbeitet hat. Im Osten fand er nicht nur seine Tradition, sondern auch eine Frau und gründete seine eigene Familie.

2018 wird ein besonderes Jahr: Dann bekommt auch der Familienspruch aus dem Jahr 1666 seinen neuen Stammplatz. Ein Inhalt übrigens, der auch nach 450 Jahren aktuell ist.
andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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