November/Dezember 2019: How long is now

1. November 2019: Halloween. Alles verkleidet sich. So macht das auch die Tacheles-Baustelle, wo das riesige Wandgemälde am alten Kunsthaus nun hinter Planen verschwindet.

Das Wandbild „HOW LONG IS NOW“ ist Geschichte – und das ist auch gut so. Denn endlich verlassen die Bauarbeiten den Untergrund. Und im nächsten Jahr werden hier schon die ersten Gebäude stehen.

 

5. November 2019: Auch die Arbeiten an der künftigen Friedrichstraßen-Passage schreiten zügig voran. Sie wird im neuen Tacheles-Areal die Verbindung zur Oranienburger Straße sein.

Die Grundzüge der künftigen Passage hinter dem Tacheles sind jetzt in Beton gegossen. Bei allen Gebäuden ist bereits die erste Etage zu sehen. Und der blaue Betonmischer in der Mitte sieht auf diese Entfernung aus wie ein Spielzeugauto.

 

8. November 2019: Eine leere Grube wird mit tausenden Kubikmetern Beton aufgefüllt. Das verändert die Statik – auch in  den benachbarten Gebäuden. Immer neue Risse tauchen da auf.

Das ist ein Messpunkt am Haus Johannisstraße 12, dem einzigen Wohngebäude direkt an der Baugrube. Hier hat sich die Hauswand hin zum Tacheles-Areal deutlich sichtbar verschoben. Aber sie hält.

 

11. November 2019: Und auch im Baufeld 3 an der Johannisstraße geht’s es gut voran. Mittlerweile ist nicht nur das gesamte Untergeschoss fertig gestellt. Sondern auch das zweite Untergeschoss nähert sich in Teilen schon der Vollendung.

Im Hintergrund ist gut zu sehen, dass das Kellergeschoss bereits an die Strassenebene mit den bunten Graffitis heranreicht. Auch die einstige Treppe in die benachbarten Johannishöfe ist verschwunden. Kein Problem: Bald kann man da ja direkt hineingehen.

 

15. November 2019: Auch wenn es früh schon dunkel ist, wird straff gearbeitet. Für Flutlicht sorgen die neun Kräne, die in der Baugrube stehen. Einige von ihnen sind mittlerweile schon ganz schön eingebaut.

Selbst im letzten der fünf Baufelder wird nun schon am Keller gewerkelt. Und die Gerüste reichen fast schon an die Null-Linie heran. Rechts im Bild behält jemand auch im Dunkeln den Überblick.

 

20. November 2019: Am Hofausgang des einstigen Kunsthaus Tacheles werden die ersten Wände der neuen Häuser gesetzt. Da entstehen Bürogebäude, im Erdgeschoss sollen Einzelhandelsgeschäfte hinein.

Vor einigen Jahren sind durch dieses große Tor noch Touristen spaziert. Sie wollten die junge, freie Kunstszene im Innenhof bestaunen. 2012 fand hier das letzte Konzert statt.

 

23. November 2019: Wie jeden Samstag in den vergangenen Wochen wird auch heute wieder gebaut. Früh um sieben klingelt ein Kran, dann geht das Gehämmer und Geklopfe los. Na ja, noch ist schönes Herbstwetter. Bald soll der Winter kommen.

Drei große Wandbilder zierten einst den Innenhof des  Tacheles-Areals. Das erste „How long is now“ direkt am alten Kunsthaus ist bereits übermalt. Das zweite, bunte am Nachbargebäude im Mittelpunkt verschwindet langsam hinter den Neubauten. Die Arbeiten sind schon in der dritten Etage angelangt.

 

28. November 2019: Oh, was wird das denn? Bisher wurde auf dem Tacheles-Areal ja nur viereckig gebaut. Und nun entsteht mit einmal ein Rundbau. Wird das ein Brunnen? Oder eine Wendeltreppe?

Der Ort jedenfalls ist interessant gewählt. Er liegt in etwa dort, wo künftig ein Vier-Sterne-Hotel aus dem Boden sprießen soll. Mal sehen, ob es nur ein profaner Abgang zur Tiefgarage wird. Oder vielleicht das Entree zu einer Wellness-Oase?

 

3. Dezember 2019: Noch einmal ist das schöne Wetter zurückgekehrt. Bei Sonnenschein gehen die Arbeiten gleich doppelt so gut voran. Jeden MonatSantander gibt es künftig einen Überblick über die Baustelle.

Die neue Friedrichstraßen-Passage hat schon das zweite Obergeschoss erreicht. Und auch das erste Haus direkt neben dem Tacheles lässt schon künftige Formen erahnen. 2022 sollen die ersten Gebäude bezugsfertig sein.

 

6. Dezember 2019: Nikolaus. Immer für eine kleine Überraschung gut. Das gilt auch für das Tacheles-Areal. Hier sind die Kellerwände an der Johannisstraße mittlerweile bis zum Strassenniveau gewachsen.

Interessant ist, dass die Kellerwand hier ein Stück vom Bürgersteig zurückgesetzt ist. Auf diesem kleinen Stück soll der künftige Eigentümer im Erdgeschoss ein winziges Stück sein Eigen nennen. Das wird ein kleiner, privater Vorgarten.

 

11. Dezember 2019: Arbeiten bis in die Abendstunden. Jede Minute wird auf dem Tacheles-Areal ausgenutzt – im Flutlicht der Kräne. Denn vor einigen Jahren lag um diese Zeit schon Schnee. Und Beton gießen bei Frost gelingt nur eingeschränkt.

Flutlicht am Tacheles
Im Baufeld 3 direkt an den Johannishöfen ist ein Teil des Kellers schon fast fertig. Jedenfalls können die Bauleute mittlerweile direkt auf die Johannisstraße schauen.

 

16. Dezember 2019: Der Eingang zur neuen Friedrichstraßen-Passage gewinnt an Kontur. Das neue Entree hat bereits das vierte Obergeschoss erreicht. Das große Wandbild am Gesundheitsministerium zur Fußball-WM 2006 ist nicht mehr zu sehen. Das war wirklich postkartenreif.

Friedrichstraßen-Passage
Wo heute noch die grauen Baucontainer stehen, sollen künftig die Menschen den Eingang zur Passage finden. Gute Idee. Schade nur, dass die Planer hier die neue Berliner Schießscharten-Architektur gewählt haben. Aber vielleicht sieht es später einfach nur spacig aus.

 

18. Dezember 2019: Wer sieht da noch durch? Tag für Tag kommt neues Baumaterial in die Tetris-Baugrube, wie die Baustelle am früheren Tacheles offiziell heißt. Überall stapelt sich Holz neben Stahlrohren, stehen Verschalungen herum. Der Blick ist schon bizarr.

Hier wird an der Johannisstraße bereits am zweiten Untergeschoss gearbeitet. Das gesamte erste (oder künftig auch dritte) Untergeschoss ist schon fertig. Damit keiner die noch nicht vorhandenen Treppen herunterfällt, sind diese mit rotem Holz abgesperrt.

 

23. Dezember 2019: Es ist kurz vor Weihnachten. Und auch das Tacheles hat eine Überraschung parat. Direkt am Eingang an der Oranienburger Straße prangt jetzt eine interessante Holzkonstruktion, die den Zugang zum einstigen Kunsthaus gewährt.

An der Fassade ist noch der alte verwaschene Schriftzug TACHELES zu lesen. Er erinnert an die zwei Jahrzehnte, in denen hier die alternative Kunstszene Deutschlands ihren Sitz hatte und Jahr für Jahr zahlreiche Künstler aus dem Ausland anzog.

 

27. Dezember 2019: Es ist zwar noch ein Arbeitstag in diesem Jahr. Aber es herrscht Weihnachtsruhe in der Baugrube, wie ein Blick über die Mauer verrät. Die Bauleute sind ja auch gut vorangekommen. So müssen erst im neuen Jahr die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Guten Rutsch!

Weihnachten am Tacheles
In den ersten beiden Baufeldern an der Friedrichstraße und an der Oranienburger Straße sind die Kellergeschosse fertig. Und die künftige Passage ist bereits im zweiten Stockwerk angelangt. Selbst im Baufeld an der Johannisstraße steht schon das erste Untergeschoss.

 

29. Dezember 2019: Zeit zum Abschied vom alten Jahr. Da werfen wir noch einen letzten Blick in die Tetris-Baugrube, wie das Tacheles-Areal offiziell heißt. In diesem Jahr wurde die Baugrube ausgebaggert und insgesamt 230.000 Kubikmeter Sand und Schutt abgefahren. Es wurden die ersten Keller fertiggestellt und endlich auch der Grundstein gelegt. Es war alles in allem ein erfolgreiches 2019.

Ein letzter Blick noch ins Baufeld drei hin zum alten Tacheles. Dort stehen schon die ersten Etagen der neuen Friedrichstraßen-Passage. Sie wird im kommenden Jahr sicherlich fertig sein. 2020 kann kommen!