Mai/Juni 2020 – Das Ende vom Anfang

1. Mai 2020: Tag der Arbeit – und die Arbeit in der Baugrube ruht. Das so verlängerte Wochenende wird nicht gebaut, da kann man schon mal seinen Helm auf einen Stahlträger als Zeichen setzen.

Im Vordergrund entsteht gerade der Keller an der Johannisstraße. Im Hintergrund ist sehr gut der Baufortschritt an der künftigen Friedrichstraßen-Passage zu sehen, die acht Etagen haben wird.

 

4. Mai 2020: Nach drei Tagen Ruhe geht es kräftig weiter. Direkt neben dem alten Kulturhaus Tacheles entsteht ein Bürogebäude. Während das Erdgeschoss und die 1. Etage für Einzelhandel vorgesehen sind, sind die darüber liegenden Etagen für jeweils zwei Büroeinheiten reserviert.

Die Büroeinheiten in der 6. Etage werden – wie sehr gut schon zu sehen ist – eine Außenterrasse haben. Dieser Rücksprung orientiert sich an der Traufhöhe des Tacheles.

 

7. Mai 2020: Noch ein letzter Kraftakt, denn morgen ist Feiertag in Berlin. So wird schnell noch an der Johannisstraße ein weiterer Teil der Bodenplatte gegossen. Und an der Friedrichstraße wächst der neue Torbogen in die Höhe.

Mittlerweile ist das Bürohaus an der Friedrichstraße in der siebten Etage angekommen, wie an dem Ausleger zu sehen ist. Hier wird optisch ein Rückbau passieren, damit das Gebäude nicht ganz so an die moderne „Schießscharten-Architektur“ erinnert.

 

11. Mai 2020: Die Feiertage sind vorbei und das Wetter hat sich nach wochenlangem Sonnenschein gedreht. Es gab in der Nacht einen Temperatursturz von 24 auf 9 Grad, verbunden mit viel Regen. Aber die Arbeiten gehen mit viel Lärm weiter.

Schritt für Schritt geht es im Baufeld 3 an der Johannisstraße voran, wo die ersten Treppen geliefert wurden. Sie sind wegen ihrer gedrehten Spezialform nicht vor Ort gegossen worden.

 

13. Mai 2020: Wie schnell doch ein neues Containerdorf entsteht. Vor einer Woche erst wurde die Bodenplatte gegossen. Gestern standen zwei Container rum. Und heute sind es schon 38 Stück.

Vor ein paar Monaten war auf der anderen Seite der Johannisstraße erst ein Containerdorf mit 24 Containern für die Bauleitung errichtet worden. Das ist unangetastet und soll offensichtlich bleiben.

 

16. Mai 2020: Das Baufeld eins an der Friedrichstraße ist im Rohbau fast fertig. Der Blick von der Johannisstraße zeigt, wie weit der Hochbau schon vorangeschritten ist. Vom einstigen Kulturhaus Tacheles ist nichts mehr zu sehen.

Vorn ist sehr gut zu sehen, dass die Untergeschosse in den anderen Baufeldern weitgehend fertig Si d. Auch das Bürohaus direkt neben dem Tacheles steht fast vollständig.

 

18. Mai 2020: Eine Grube auszuheben von 250.000 Kubikmetern ist schon „bewegend“. Wie sehr, das zeigen Messpunkte an den Nachbarhäusern.

Zunächst hatte sich das Wohnhaus Johannisstraße 12 aus der Lotrechten bewegt. Diese Neigung hin zur Baugrube konnte erst eine Betonplombe unter dem Keller stoppen. Jetzt sieht man, dass sich das ganze Haus Richtung Baustelle schiebt.

 

19. Mai 2020: Das Containerdorf ist fertig. Insgesamt 70 Container stehen nun auf dem Baufeld fünf, das an der Johannisstraße liegt und als letztes bebaut werden soll.

Jetzt muss nur noch geklärt werden, wie man ins Obergeschoss dieses „Dorfes“ kommt. Aber an der Ecke auf der rechten Seite ist schon ein Gerüst aufgestellt, das mal als Treppenhaus dienen könnte.

 

20. Mai 2020: Auch an der Johannisstraße ist die Baustelle mittlerweile fast durchgängig auf Strassenhöhe zu betreten. Hier werden künftig drei Wohnhäuser entstehen.

Kurz vorm Herrentag genießen ein paar Bauarbeiter das schöne Wetter. Im Hintergrund ist der einzige Baum zu sehen, der das „Massaker“ überstanden hat – aber er steht ja auch auf dem Nachbargrundstück.

 

26. Mai 2020: Das lange Herrentags-Wochenende ist vorbei. Und die Baustelle ist gut besetzt. An der Friedrichstraße geht es nun in die letzte, achte Etage.

Damit die Bebauung nicht so kompakt wirkt, werden die Seiten der Obergeschosse etwas abgeschrägt. Das soll den Eindruck eines Tores vermitteln.

 

28. Mai 2020: Die Arbeiten in den Kellergeschossen nähern sich dem Ende. Auch in den Baufeldern vier und fünf zwischen der Oranienburger Straße und der Johannisstraße sind sie im letzten, demnächst ersten Untergeschoss angelangt.

Direkt in der Ecke zum Grundstück Johannisstraße 12 ist ein kleiner „Bunker“ mit meterdicken Betonwänden entstanden, der jetzt sein Dach bekommen hat. Ob das der künftige Tresorraum des Hotels ist?

 

31. Mai 2020: Und wieder ist ein Stück Bauzaun gefallen. Statt des dicken Holzzaunes trennt nur noch ein Gitter die Baustelle in weiten Teilen von der Johannisstraße.

Wer genau hinsieht, der bemerkt, dass das Containerdorf etwas unterhalb der Strassenhöhe beginnt. Hier ist noch Platz für Muttererde, da es mal hinter den Wohnhäusern eine Grünanlage geben soll.

 

2. Juni 2020: Nach Pfingsten gehen die Arbeiten mit doppelter Kraft weiter. Der gesamte Bereich hin zur Oranienburger Straße ist ein einziges Materiallager geworden. Wer da noch durchsieht, der hat einen Logistik-Orden verdient.

Auch die Bauarbeiten an den Tiefgeschossen kommen auf dem gesamten Areal langsam zum Abschluss. Manchmal muss beim Stahlgeflecht aber noch etwas nachgeholfen werden.

 

4. Juni 2020: Die Überbrückung über die Johannisstraße erhält neue Kabel. Sie werden der Metallkonstruktion untergebracht, die vom alten zum neuen Containerdorf führt, das jetzt direkt auf der Baustelle errichtet wurde.

Das erste Containerdorf war noch außerhalb der Baustelle entstanden. Damals wurde das Tacheles-Areal auch noch ausgebuddelt. Aber mittlerweile sind die Bauarbeiten an den Untergeschossen fast vollendet.

 

10. Juni 2020: Das erste Haus auf dem Tacheles-Areal ist im Rohbau fast fertig. Es steht direkt neben dem alten Kunsthaus Tacheles und ist als Bürokomplex geplant.

Sieben Etagen stehen. Jetzt wird das Dach gemacht. Oder zeigt die Betonschütte, dass es noch eine Etage aufwärts gehen soll?

 

17. Juni 2020: Bei den Mikro-Appartements an der Johannisstraße geht es gut voran. Nachdem die Tiefgeschosse gegossen sind, kann der Hochbau zügig mit Platten erfolgen. Die zweite Etage wird schon gebaut.

Dieses langgestreckte Wohnhaus entsteht direkt neben den Johannishöfen. Künftig soll es darin Ein-Zimmer-Wohnungen geben. Auch ein kleiner Platz hin zur Kalkscheune ist vorgesehen.

 

19. Juni 2020: Jetzt hat die Null-Linie auch die Grenze zur Johannisstraße 12 erreicht, dem einzigen Wohnhaus direkt an der Tacheles-Baustelle. Während vorn ein Haus entsteht, soll im hinteren Teil eine Grünanlage kommen.

Aber wie soll bei all dem Stahl eine Grünanlage kommen. Wird dafür nicht Sand gebraucht? Etwas, wo die Bäume Wurzeln schlagen können?

 

23. Juni 2020: Die Bauarbeiten an der Friedrichstraße sind sichtbar vorangekommen, der Rohbau steht fast . Lediglich die geplante Galerie in der siebenten Etage, die die beiden Torhäuser verbinden soll, fehlt noch.

Das Passagengebäude mit dem Planungskürzel FPX schließt entlang der Friedrichstraße eine Lücke, die durch Sprengungen in den 1980er-Jahren entstanden war. Hier sollte es eine neue Verkehrsplanung geben. Dafür hätte auch das alte Tacheles weichen müssen.

24. Juni 2020: Drei Tage nach der Sommersonnenwende ist heute Johannistag. Und der bringt einen der schönsten Sonnenuntergänge des Jahres.

In einigen Monaten wird dieses Postkartenmotiv Geschichte sein. Denn die Tiefbauarbeiten nähern sich dem Ende und auf einigen Baufeldern ist fast die künftige Höhe von bis zu acht Geschossen erreicht. Ein wenig Wehmut ist schon dabei.

 

29. Juni 2020: Die ersten Treppen für die neuen Häuser sind geliefert. Und im Vordergrund sind zeichnen sich erkerförmig die Grundrisse aus Beton für das künftige Wohnhaus an der Johannisstraße ab.

Links im Bild wächst das Gebäude an den Johannishöfen. Hier soll der künftige Johannisplatz den Durchgang zum großen Stadtplatz ermöglichen, dem Herzstück des neuen Areals. Hoffentlich kommen viele Neupflanzungen zum Zuge.