Ein Schloss im Nirgendwo

Wie schön kann Nirgendwo sein! Ein Schloss fernab der großen Straßen und mit dem Öffentlichen Nahverkehr nicht zu erreichen. Es ist das Schloss Ulrichshusen in Mecklenburg – einer der wichtigsten Festspielorte des Landes. 1994 starten die Festspiele hier mit einem Konzert des London Symphony Orchestra unter Leitung des großen Dirigenten Yehudi Menuhin.

Was heute so glänzt wie auf 250 Jahre alten Stichen war vor wenigen Jahrzehnten nur noch eine Ruine. 1987 war das Schloss bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Noch heute wird im Dorf gemunkelt, dass es dabei nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Leute, die darüber erzählen.

Ein Glück für den Schuttberg war die Wende. Nach der Wiedervereinigung kaufte die frühere Eigentümerfamilie von Maltzan das Gelände und restaurierte es aufwändig. Seit 2001 gibt es auch wieder einen Hotelbetrieb. Und der Blick aus dem Frühstückszimmer im Turm ist fantastisch.

Mit viel Liebe zum Detail haben Helmuth Freiherr zu Maltzan und seine Frau Alla das Anwesen wieder hergerichtet. Heute gibt es 19 Gästezimmer, im Turm wird gefrühstückt. Aber auch Hochzeiten oder sogenannte Namenstage können auf Ulrichshusen begangen werden – weitab von der Hektik des Alltags und der Großstadt.

Übrigens: Gebaut hat das Haus Ulrich von Moltzan – daher der Name Ulrichshusen. Bekannt wurde die Familie allerdings durch einen anderen Vorfahr, Bernd-Ludolf Maltzan. Er war der Quartiermeister des Kriegsherren Wallenstein.

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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