Durchgeknallte Lebensfreude

Ein Abend in Zeiten der Prohibition: In Hinterhofspelunken wurde trotz strikter Alkohol-Verbote gern Hochprozentiges ausgeschenkt – und das Leben in furioser Weise mit bestem Südstaaten-Jazz gefeiert. Das grandiose Zirkusstück Scotch&Soda verschafft einem im Berliner „Chamäleon“ einen Hauch der Erinnerung.

Eine Band, zwei Stunden und fünf exzellente Akrobaten – der Mix macht die Magie. Handwerkliche Spitzenklasse. Oder einfach gute Unterhaltung begleitet von der Uncanny Carnival Band.

Das „Chamäleon“ ist ohne Zweifel eines der schönsten Varieté-Theater der Hauptstadt. Direkt in den Hackeschen Höfen gelegen, erinnert vieles noch an die ruhmreiche Zeit als ruchiger Ballsaal. Geschaffen wurde er 1906 vom Architekten August Endell, der damals Berlins größtes zusammenhängendes Wohnhaus schuf. Im besten Jugendstil.

August Endell entwarf den schönen Ballsaal als Teil der Neumann’schen Festsäle. Zugleich zeichnete er verantwortlich für die bunt glasierten Kacheln an den Aussenmauern des 1. Hofes der Hackeschen Höfe. Bis heute ein architektonischer Genuss.

In dem 2004/2005 originalgetreu restaurierten Saal wird in der Show wirklich alles aufgefahren, was der Neue Zirkus bieten kann: „Fulminante Akrobatik und grandiose Live-Musik in einer liebevollen, aufwändigen Inszenierung“, so heißt es im Programm. Ja. Wirklich. Kaum Zeit zum Luftholen, ein Akt folgt dem anderen. Kurzum: ein furioser Abend voll durchgeknallter Lebensfreude.

Empfehlung: Hingehen! 👍👍👍

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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