Mai/Juni 2019 – Endlich Halbzeit

2.Mai 2019: Der Nullpunkt ist erreicht. An der Friedrichstraße können die Bauarbeiter jetzt eigentlich direkt auf die Straße gehen – wenn nicht der Bauzaun dazwischen wäre. Die drei Tiefgeschosse sind fertig.

Es ist Halbzeit. Denn jetzt kann der Hochbau im Baufeld 1 beginnen. Schade nur, dass damit das erste Wandgemälde verschwinden wird. Also: Schnell hingehen und noch ein Abschieds-Foto machen.

 

6. Mai 2019: Auch in den angrenzenden Baufeldern schreiten die Arbeiten gut voran. An der Oranienburger Straße neben dem Tacheles-Areal sind es nur noch zwei Meter bis zur Null-Linie.

Inzwischen stehen im gesamten Baufeld eins die rund vier Meter hohen Betonpfeiler. Das zeigt, dass hier nur zwei Untergeschosse entstehen, wobei eines die Durchfahrtshöhe für große LKW haben wird.

 

8. Mai 2019: Es ist kurz vor Mitternacht. Und in der Baugrube wird immer noch gearbeitet. Mit einer überdimensionalen Parkettbürste wird der frisch gegossene Beton von einem einsamen Mann in orange-roter Warnweste glattpoliert.

In den frühen Abendstunden hatten zuvor ein halbes Dutzend Bauarbeiter das Teilfundament gegossen, wo im Baufeld 5 direkt an der Johannisstraße der neue Baukran errichtet werden soll. Im Vergleich zum Arbeiter ist gut zu sehen, wie mächtig die Bodenplatte sein wird: rund zwei Meter dick.

 

10. Mai 2019: Es wächst. Und wächst. Und bald wird so auch das Wandgemälde am Bundesgesundheitsministerin nur noch Geschichte sein. Noch ist es aber in voller Schönheit zu sehen.

Rund 80 Quadratmeter groß ist die Homage an den brasilianischen Weltklasse-Fußballer Ronaldo – umringt von Lorbeer und Eichenblättern, gekrönt von gelben Palmen. In nur sieben Tagen schuf die Graffiti-Künstlerin Daisy diesen Beitrag zur Fußball-WM 2006.

 

14. Mai 2019: Auch direkt am alten Tacheles, das dem ganzen Areal seinen Namen gab, geht es weiter aufwärts. Nur noch knapp drei Meter fehlen, bis der Nullpunkt erreicht ist.

Direkt an der Durchfahrt zur Oranienburger Straße herrscht ein großes Gedränge. Gut zu sehen ist, wie weit die Tiefbauarbeiten hier schon vorangeschritten sind. Es beginnen nun die Arbeiten am letzten Untergeschoss.

 

17. Mai 2019: Abendstimmung auf dem Tacheles-Areal. In den vergangenen Tagen wurde bis spät in die Nacht gearbeitet, um den Boden der Baugrube auch im Baufeld 5 mit Stahlgeflecht auszukleiden. Dann wird es mit Beton vergossen und schließlich alles noch poliert.

Schön zu sehen ist das Kran-„Konzert“ auf dem 22.500 Quadratmeter großen Areal am Tacheles. Bald wird es hier Nachwuchs geben. Das erste Teil für den nächsten Kran ist schon gesetzt.

 

20. Mai 2019: Und wieder wächst ein Kran in den Himmel. Im Baufeld 5 wird jetzt der achte Kran montiert. Insgesamt soll es neun Kräne für das Tacheles-Areal geben.

Wie immer in letzter Zeit waren wir auf die Nummerierung gespannt. Denn die Nummer 9 und die Nummer 8 ist waren ja schon daneben vergeben. Am Abend steht der Kran: Es ist die Nummer 7!

 

23. Mai 2019: Während im benachbarten Baufeld 5 die Arbeiten an der Grundplatte voranschreiten, geht es hier im Baufeld 3 schon an die Untergeschosse. Direkt an den Johannishöfen sind bereits die ersten Wände gegossen.

Das Stahlgerüst im Hintergrund ist übrigens nicht als Halterung für das Köster-Plakat gedacht. Vielmehr ist es der alternative Zugang zur gut zehn Meter tiefen Baugrube.

 

26. Mai 2019: Die Mauer ist weg. Oder besser gesagt: das Gitter. Jahrelang stand in dieser Tordurchfahrt des Tacheles-Gebäudes an der Oranienburger Straße ein handgeschmiedetes Gitter. Jetzt sind links und rechts nur noch die letzten Reste zu sehen. Ob es je wiederkommt?

Auch die Bauzäune aus Holz sind jetzt einfachen Absperrgittern gewichen. So erhält man einen guten Blick auf die Tordurchfahrt – und sieht, dass die Tiefbauarbeiten so gut wie abgeschlossen sind. Hier soll später eine neue Passage bis hin zur Friedrichstraße entstehen.

 

29. Mai 2019: Der Sommer naht und so beginnen auch im Tacheles-Areal die Arbeiten immer früher. Zuweilen auch deutlich eher als die vereinbarte Uhrzeit 7:00 Uhr. Aber zumindest wackelt die Erde nicht mehr.

Was auf den ersten Blick wie ein psychedelisches Gitternetz aussieht, ist das Stahlgeflecht, das in den Boden des Tacheles-Areals eingezogen wird. Mindestens zwei Meter dick wird der Boden. Ob da das Regenwasser künftig noch abfließen kann?

 

4. Juni 2019: Eigentlich dachte man, dass nach den ganzen Erdaushub die Setzungen an den Nachbarhäusern zur Ruhe kommen. Aber Irrtum: Je mehr Stahl und Beton in die Grube kommt, desto weiter bewegen sich auch die Messpunkte.

Zu weilen ist der Messpunkt ja auch aus der Senkrechten herausgerutscht. Jetzt ist der Balken wieder gerade. Aber er hat sich deutlich nach links verschoben. Mal sehen, was es in den nächsten Monaten noch an Überraschungen gibt.

 

7. Juni 2019: Zwischen der Friedrichstraße und der Oranienburger Straße geht es gut voran. Mittlerweile ist der Tiefbau im gesamten Baufeld 1 direkt neben dem Gesundheitsministerium abgeschlossen. Auch im Baufeld 2 am Tacheles steht schon ein Grossteil des Untergeschosses.

Gut zu sehen ist, dass es nicht immer drei Untergeschosse gibt. In einigen Bereichen werden es nur zwei sein – dafür mit Durchfahrtshöhen von künftig vier Metern.

 

12. Juni 2019: Es ist Sommer mit Tagestemperaturen von 30 Grad und mehr. Da beginnen die Arbeiten schon um 06:00 Uhr. Und auch der Bagger ist wieder aktiv.

Es ist das letzte Baufeld, wo der Sand noch direkt bis zur Strassenkante reicht. Anders war es bisher auch nicht möglich, die zahlreichen Betonmischer zum Fundament zu bringen. Direkt an der Oranienburger Straße wird aber jetzt auch das Baufeld 4 ausgehoben.

 

14. Juni 2019: Der nächste Meilenstein wirft seine Schatten voraus. Da mittlerweile die Tiefbauarbeiten im Baufeld 1 fast abgeschlossen sind, kann nun der Hochbau beginnen. Das sind andere Gewerke gefragt – und die brauchen auch ihren Platz.

Gegenüber der Tacheles-Baugrube entsteht daher auf dem Parkplatz des Bonhoeffer-Hauses ein neues Containerdorf. Die Johannisstraße wurde für den Aufbau zeitweilig abgesperrt. Am Ende des Tages stehen dort 26 Container!

 

18. Juni 2019: Jetzt geht es dem letzten Baufeld an den Kragen. Nur noch an der Grenze zur Oranienburger Straße reicht die Erde bis zur Strassenhöhe. Bis in die Abendstunden arbeiten die Bagger. Bald ist auch hier der Erdaushub beendet.

Kaum vorstellbar: Aber unsere Altvorderen haben offensichtlich auch schon zehn Meter tiefe Keller angelegt. Diese steinernen Überreste werden jetzt mit brachialer Gewalt zerkleinert. Und im Hintergrund wächst schon der neue Keller.

 

21. Juni 2019: Die Zufahrt zur Baugrube über die Oranienburger Straße ist mittlerweile Geschichte. So muss der Beton von der gegenüberliegenden Seite über die Johannisstraße in die Baugrube gepumpt werden.

Bis zu 48 Betonmischer kommen pro Tag, um ihre Last von jeweils acht Kubikmeter los zu werden. Und alles nur für den Boden der Baugrube. Diese wird zwei Meter dick. Was für eine Wanne!

 

22. Juni 2019: Der Boden an der Johannisstraße ist fertig gegossen. Bei dieser sommerlichen Hitze von 30 Grad im Schatten kommt es darauf an, den Beton rasch in seine Form zu bringen. Notfalls bis Mitternacht.

Es ist die zweitkürzeste Nacht des Jahres und es geht auf Mitternacht zu. Ein Mann zieht im Flutlicht einsam seine Kreise auf dem Fundament, um den frisch gegossenen Beton rechtzeitig zu glätten. Irgendwie schräg…

 

25. Juni 2019: Und wieder ist eine Mauer gefallen. Vier Bagger haben die letzten Tage daran gearbeitet, den Keller im Baufeld 4 abzureißen. Nur noch die Betonbrocken künden von dieser Aufgabe.

Lediglich ein letzter Rest Sand muss noch im Baufeld 4 ausgehoben werden. Dann ist die gesamte, 22.500 Quadratmeter große Grube frei.

 

29. Juni 2019: Es ist Samstag und die Sommerhitze macht etwas Pause. Morgen werden wieder 38 Grad werden erwartet. Da kann also noch schnell etwas gearbeitet werden. Und wie man sieht, kommt auch der Tiefbau auch im Baufeld 3 gut voran.

Direkt an der Johannisstraße sind die ersten Teile des Untergeschosses schon gesetzt. Vor ein paar Tagen erst hatten die Bauarbeiter die Bodenplatte fertig gestellt. Schon beeindruckend.