1919: Erstflug Berlin – Weimar

Vor 100 Jahren begann alles. Auf dem Berliner Flugplatz Johannisthal startete der kommerzielle Luftverkehr in Deutschland. Die erste Steecke, die von der damaligen Deutschen Luft-Reederei DLR bedient wurde, ging von Berlin nach Weimar. Die dortige Nationalversammlung sollte so schnell wie möglich mit druckfrischer Berliner Presse versorgt werden.

Die ersten Maschinen waren einmotorige offene Doppeldecker der Luftverkehrsgesellschaft LVG, die im Ersten Weltkrieg als Aufklärungs-und Kampfflugzeuge eingesetzt wurden (hier ein Foto des Bundesarchivs vom Februar 1919). Die Passagiere erhielten wegen der offenen Bauweise Fliegerkappe und Schal.

 

Nachdem die Deutsche Luft-Reederei – ein Vorgänger der Lufthansa – im Januar 1919 die Genehmigung für Tagesflüge erhalten hatte, hob am 5. Februar 1919 erstmals eine Maschine in Berlin-Johannisthal ab. An Bord: 4.000 Zeitungen. Tags darauf gab es die ersten planmäßigen Flüge samt Post. Wenig später stieg auch der erste Passagier zu. Unter den ersten Passagieren war auch Reichspräsident Friedrich Ebert.

Übrigens: Wenige Jahre später schon verlor Johannisthal seine Strahlkraft. 1923 startete am innerstädtischen Flughafen Tempelhof der Linienverkehr. Und der kleine Airport im Südosten der Hauptstadt fiel rasch in Vergessenheit. Seit 1952 wurde er nicht mehr als öffentlicher Flugplatz genutzt.

andre
Gebürtiger und überzeugter Berliner - als Journalist mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Denn es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und unheimlich bunt anzuschauen. Kurzum: für mich ist es einfach die schönste Stadt...

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