30 Jahre Währungsunion

Am 1. Juli 1990 war es soweit: die D-Mark hielt Einzug in den Osten Deutschlands, der damals noch DDR hieß. Drei Monate vor der Deutschen Einheit hatten die Deutschen in West und Ost das gleiche Zahlungsmittel. Jetzt sollte zusammenwachsen, was zusammengehört.

Als erstes Kreditinstitut öffnete die Deutsche Bank am Berliner Alexanderplatz punkt Mitternacht ihre Türen. Der Andrang war so groß, dass eine Scheibe zu Bruch ging. Daraufhin wurden die Türen geschlossen. Wer noch ans Westgeld wollte, musste durch die kaputte, glaslose Tür nun unter einem Metall-Querriegel hindurchkriechen. Für manch ältere DDR-Bürger eine echte Herausforderung.



Die Währungsunion war auch logistisch eine Herausforderung: 440 Millionen Banknoten mit einem Gesamtgewicht von 460 Tonnen mussten in die DDR gebracht werden. Hinzu kamen 102 Millionen Münzen, die rund 750 weitere Tonnen auf die Waage brachten.

Die D-Mark war ohne Zweifel ein „Schwergewicht“. Während es die 10-Mark-Münze der DDR auf gut zehn Gramm brachte, schlug die Waage bei der 10-DM-Münze bei 14 Gramm an.



Teilweise wurden die Lkw mit dem neuen Geld (West) von NVA-Soldaten (Ost) begleitet. Und es gab, so berichtete später Ex-Finanzminister Theo Waigel, keinen einzigen Überfall. Nicht eine DM ging bei den Transporten verloren.

andre
Überzeugter Berliner mit einem ausgeprägtem Hang zum Schreiben über diese Stadt, meinen Kiez und den Erdenkreis. Es muss ja nicht immer Paris, Rom oder Moskau sein. Auch Berlin ist reich an unentdeckten Ecken, ständig in Bewegung und fantastisch anzuschauen. Einfach die schönste Stadt...

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